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Wirtschaftskrise: Merkel ruft zur Elefantenrunde

zuletzt aktualisiert: 07.12.2008 - 17:26

Berlin (RPO). Die Rufe nach weiteren statlichen Maßnahmen werden immer lauter, zahlreiche Vorschläge kursieren bereits in den Medien. Nun will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel ein umfassendes Bild der Lage machen: Kommenden Sonntag trifft sie sich mit den führenden Köpfen der Republik. Das Ergebnis ist allerdings offen.   

Angela Merkel hat zum Konjunkturgipfel geladen.  Foto: ddp
Angela Merkel hat zum Konjunkturgipfel geladen. Foto: ddp

Merkel wird in einer Woche eine hochrangige Expertenrunde im Kanzleramt versammeln, um sich ein Gesamtbild der Wirtschaftskrise zu verschaffen. "Für eine gezielte Antwort auf die kommende wirtschaftliche Entwicklung brauchen wir eine umfassende und sorgfältige Analyse, zu der ich ausgewählte Experten einladen werde", sagte sie der "Bild"-Zeitung.

Mit dabei sein werden Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier, Wirtschaftsminister Michael Glos, Finanzminister Peer Steinbrück, Arbeitsminister Olaf Scholz, sowie Vertreter der privaten Banken, Landesbanken und Sparkassen und einige ausgewählte Wirtschaftswissenschaftler.

Vorentscheidungen über konkrete Maßnahmen soll die Runde nicht treffen. "Am kommenden Sonntag geht es in einer gemeinsamen Analyse um größtmögliche Klarheit über die wirtschaftliche Entwicklung 2009", sagte Merkel. "Ich bleibe dabei, mir alle Optionen offen zu halten. Aber ich halte nichts davon, jeden Tag über eine andere Möglichkeit öffentlich zu spekulieren."

Wichtigstes Ziel der Bundesregierung bleibe, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, erklärte die Kanzlerin. "In den kommenden Jahren brauchen wir auch wegen der demographischen Entwicklung unsere Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft."

Rürup fordert Konsumschecks

Unterdessen forderte Bert Rürup weitere Maßnahmen zu Stützung der Konjunktur. Dem Vorsitzenden des Wirtschafts-Sachverständigenrats geht das in Berlin beschlossene Konjunkturpaket nicht weit genug. Ein Investitionsprogramm sei zwar das "Instrument der ersten Wahl", ein Problem sei aber die fehlende Zeitnähe, sagte er dem "Handelsblatt". "Wenn eine schnelle Reaktion erforderlich ist, sollte eine einmalige Steuerscheckaktion in der Größenordnung von 100 bis 150 Euro pro Einwohner vorgeschaltet werden", forderte er.

Rürup geht davon aus, dass die große Koalition zeitnah nachbessern wird: "Die Bundesregierung dürfte Anfang nächsten Jahres nachlegen", erwartet er. Dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) derzeit noch alle Optionen offen halte, könne er nachvollziehen. "Wenn der neue US-Präsident Barack Obama sein Programm vorstellt, wird die Debatte mit Sicherheit bei uns neu entfacht." Aufgrund der hohen außenwirtschaftlichen Verflochtenheit der von Rezessionen betroffenen Staaten sei es klug, wenn auch der Exportweltmeister Deutschland reagieren würde.

Quelle: AP

 
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