Griechische Schuldenkrise: Merkel und Sarkozy telefonieren mit Athen
zuletzt aktualisiert: 14.09.2011 - 20:44Düsseldorf (RPO). Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy haben am Mittwochabend mit dem griechischen Ministerpräsidenten Papandreou telefoniert. Das teilte Merkels Sprecher Steffen Seibert in einer Erklärung mit. Mit ihren Forderungen machten sie Druck auf die griechische Regierung.
Im Ringen um eine Rettung des hochverschuldeten Griechenlands forderten Merkel (CDU) und Sarkozy von dem Land eine "strikte und effektive Umsetzung" der vereinbarten Maßnahmen.
Bei einer Telefonkonferenz mit dem griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou hätten beide am Mittwochabend die Bedeutung einer Umsetzung des von den Eurostaaten und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) getragenen Anpassungsprogramms für die griechische Wirtschaft "erläutert", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.
Dies sei "Voraussetzung" für die Auszahlung künftiger Tranchen der internationalen Finanzhilfen für Griechenland, erklärte Seibert. Einem Austritt Griechenlands aus dem Euroraum erteilten Merkel und Sarkozy demnach indes eine Absage: Sie seien "überzeugt", dass die "Zukunft Griechenlands in der Eurozone ist".
Merkel und Sarkozy hätten unterstrichen, dass es "mehr denn je unerlässlich" sei, die Entscheidungen des Euro-Gipfels vom 21. Juli "vollständig umzusetzen", erklärte Seibert weiter. Dies sei nötig, um die Stabilität der Eurozone sicherzustellen. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten hatten auf dem Krisengipfel vom 21. Juli unter anderem ein zweites Hilfspaket für Griechenland beschlossen.
Nach Angaben Seiberts bekräftigte Papandreou während der Telefonkonferenz die "absolute Entschlossenheit" seiner Regierung, alles zu unternehmen, um gemachte Zusagen zu erfüllen. Griechenland hat sich im Gegenzug für die internationalen Finanzhilfen zu einem strikten Sparprogramm und umfangreichen Privatisierungen verpflichtet.
Das rund 20-minütige Gespräch fand vor dem Hintergrund anhaltender Sorge um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit Griechenlands statt. In der schwarz-gelben Regierungskoalition ist inzwischen ein offener Streit wegen der Debatte um eine mögliche Staatspleite Griechenlands ausgebrochen.
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