Merkel und Seehofer

Vier-Augen-Gespräch soll Unionsstreit schlichten

Merkel und Seehofer im Gespräch (Archivbild). FOTO: dpa, shp axs

Berlin . Kann der gordische Knoten "Obergrenze" zerschlagen werden? Ein Vier-Augen-Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit CSU-Chef Horst Seehofer soll einem Bericht zufolge den Unionsstreit beenden und den Weg für die Aufnahme von Sondierungsgesprächen frei machen.

Wie "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" berichteten, wollen sich Merkel und Seehofer am Sonntagvormittag zu einer Unterredung ohne weitere Teilnehmer treffen. Ziel ist demnach, einer für 12 Uhr in Berlin angesetzten Runde einen gemeinsamen Kompromissvorschlag zu unterbreiten, wie die Zeitungen unter Berufung auf das Umfeld der beiden Parteichefs berichteten.

Die Spitzen von CDU und CSU kommen am Sonntag in Berlin zusammen, um ihren gemeinsamen Kurs festzulegen, bevor sie in Gespräche mit FDP und Grünen über die Bildung einer Jamaika-Koalition eintreten. Ein schwieriges Thema dürfte dabei die von der CSU geforderte Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen sein, die Bundeskanzlerin Merkel ablehnt.

An dem Treffen in größerer Runde nehmen dem Bericht zufolge auf Seiten der CDU auch Kanzleramtschef Peter Altmaier, Finanzminister Wolfgang Schäuble, Fraktionschef Volker Kauder und Generalsekretär Peter Tauber teil. Für die CSU sind neben Seehofer Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, Bayerns Innenminister Joachim Hermann, Generalsekretär Andreas Scheuer und Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer zugegen.

Unionsfraktionsvize Stephan Harbarth zeigte sich überzeugt, "dass CDU und CSU geschlossen in die Verhandlungen gehen werden". Eine Kompromisslinie könne sein, die Obergrenze als Zielmarke zu definieren. "Die Zuwanderung muss dauerhaft auf ein Maß begrenzt sein, das die Integrationsfähigkeit unseres Landes nicht überschreitet", sagte Harbarth. "Die von der CSU genannte Obergrenze von 200.000 ist nach meiner Auffassung keine trennscharfe Grenze, sondern ein Ziel, das es durch einen strengen Maßnahmenkatalog zu sichern gilt."

(felt/AFP)

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