+++ Der Gipfel-Ticker +++: Merkel zieht positive G-8-Bilanz
zuletzt aktualisiert: 08.06.2007 - 17:43Düsseldorf (RPO). Der G-8-Gipfel in Heiligendamm ist beendet. Auf einer Pressekonferenz zieht Bundeskanzlerin Angela Merkel eine positive Bilanz. US-Präsident Bush hatte Heiligendamm bereits eine Stunde zuvor verlassen.
+++ 17.45 Uhr: Die Polizei bestätigt den Einsatz eines verdeckten Zivilbeamten bei einer Blockade-Aktion nun doch. Der aus Bremen stammende Beamte sei am Mittwoch bei einer Sitzblockade am östlichen Eingang nach Heiligendamm im Einsatz gewesen, erklärt die Polizeieinheit Kavala, die den Vorgang am Donnerstag noch dementierte.
+++ 17.35 Uhr: Auch die Polizei zieht eine überwiegend positive Bilanz ihres Einsatzes. Aufgabe sei unter anderem die Gewährleistung der Sicherheit der Staatsgäste, übrigen Gipfelteilnehmer und deren Angehörigen gewesen, erklärt Polizeiführer Knut Abramowski in Rostock. Dies sei gelungen, der Gipfel sei störungsfrei abgelaufen.
+++16.05 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel lobt das Ergebnis des G-8-Gipfels. Es habe "weit reichende Beschlüsse" bei Kernthemen gegeben, so Merkel zum Abschluss Treffens. Die Kanzlerin versichert, dass die deutsche G8-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr ihrer Amtszeit die Themen weiter vorantreiben werde. Mit den Beschlüssen zum Klimaschutz sei nun ein "klarer Verhandlungsauftrag auf Basis des UN-Mechanismus" vorhanden, gibt die Kanzlerin an.
+++ 15.10 Uhr: U2-Sänger Bono kritisiert die Afrika-Beschlüsse als völlig unzureichend. Für Bundeskanzlerin Merkel findet er indes freundliche Worte. Das bedeutendste Ergebnis des Jahres sei vielleicht "die wachsende Leidenschaft und der Einsatz des deutschen Volkes, einschließlich der Kanzlerin selber", so der Musiker und Politik-Aktivist.
+++ 15.00 Uhr: US-Präsident George W. Bush verlässt den G-8-Gipfel planmäßig mit dem Flugzeug vom Flughafen Rostock aus.
+++ 14.21 Uhr: Die CSU lobt die Beschlüsse vom Donnerstag. Entgegen Unkenrufen hätten sich die Teilnehmer auf weit reichende Beschlüsse geeinigt, erklärt Landesgruppenchef Peter Ramsauer in Berlin. "Das war eine Glanzleistung der Gastgeberin, Bundeskanzlerin Angela Merkel." Ramsauer lobt ihr Geschick und Durchsetzungsvermögen, ihren Realismus und ihr Augenmaß.
+++ 13.36 Uhr: Auf den Blockadestrecken rund um Heiligendamm hat das große Aufräumen begonnen. Bis zum Freitagmittag räumten G8-Kritiker die letzten drei Straßensperrungen in Börgerende, Rethwisch und an der Galopprennbahn am Sicherheitszaun vor Heiligendamm. Allein hier hatten rund 500 Blockierer die zweite Nacht in Folge ausgeharrt. Seit dem Vormittag sind rund ein Dutzend Demonstranten mit Müllsäcken und Kleintransportern auf den Straßen unterwegs, um Abfall wegzuräumen.
+++ 13.07 Uhr: Deutschland hat den Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin an Washington zur gemeinsamen Nutzung einer Radarstation als Schritt zur Entspannung im Streit um den US-Raketenschild begrüßt. Der Vorschlag sei ein "positives und konstruktives Signal" zur Entspannung der Diskussion, sagte ein Sprecher von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) am Freitag in Berlin
+++ 13.05 Uhr: "Das ist eine Wischiwaschi-Erklärung. Heiligendamm ist ein Scheinheiligendamm". - Die Grünen-Umweltpolitikerin Bärbel Höhn am Freitag auf dem Kirchentag in Köln zum Klimaschutz-Kompromiss auf dem G-8-Gipfel.
+++ 12.48 Uhr: US-Präsident George W. Bush nimmt trotz einer leichten Magenverstimmung wieder an den Schlussberatungen des G8-Gipfels in Heiligendamm teil.
+++ 12.29 Uhr: Der Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommern fordert eine rasche Klärung des finanziellen Ausgleichs der Schäden auf Äckern und Feldern nach den Protestaktionen zum G8-Gipfel rund um den Tagungsort Heiligendamm.
+++ 12.03 Uhr: Die G-8-Staaten bekennen sich zu ihren Verpflichtungen gegenüber Afrika, verbinden dies aber auch mit Erwartungen an die afrikanischen Staaten. "Die Botschaft ist: Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden unsere Verpflichtungen erfüllen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag in Heiligendamm nach einem Gespräch der Staats- und Regierungschefs der G-8 mit den Staatschefs mehrerer afrikanischer Staaten.
+++ 11.41 Uhr: Die Blockierer der Zufahrtsstraßen zum G-8-Gipfel in Heiligendamm wollen offenbar nicht für die Schäden in den Feldern der Region aufkommen. Da die Straßen zu den Eingangstoren im Sicherheitszaun um Heiligendamm von der Polizei gesperrt gewesen seien, hätten die Demonstranten sich ihre Wege durch die Felder suchen müssen, sagte die Sprecherin des Bündnisses Block G8, Lea Voigt, am Freitag in Rostock.
+++ 11.22 Uhr: Polizeisprecher Olaf Seitels von der Sondereinheit Kavala äußert sich zum Verlauf der letzten Stunden: Es sei eine ruhige Nacht gewesen, sagte er. Insgesamt seien am Donnerstag tagsüber 245 Menschen in Gefangenensammelstellen gebracht worden, es habe 62 Festnahmen gegeben. Zehn Demonstranten und ein Polizist seien unter anderem durch Einsätze von Wasserwerfern leicht verletzt worden.
+++ 11.16 Uhr: Nach ihrem Gespräch mit sieben afrikanischen Präsidenten sind die Staats- und Regierungschefs der G-8 am Freitagmorgen mit den Staatsoberhäuptern von fünf wichtigen Schwellenländern zusammengetroffen. Vertreter der Schwellenländer beim G-8-Gipfel sind die Präsidenten aus China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika. Bei einem Treffen am Vortag in Berlin hatten sich die Schwellenländer gegen konkrete Klimaschutzziele gewandt und auf die unterschiedlichen "Fähigkeiten und Interessen" jedes Landes verwiesen.
+++ 11.12 Uhr: Die bei dem Schlauchboot-Protest vor dem G-8-Gipfelort Heiligendamm am Donnerstag verletzten Greenpeace-Mitglieder haben das Krankenhaus wieder verlassen. Greenpeace-Sprecher Karsten Smid sagte am Freitag in Rostock, die insgesamt sechs Schlauchbootfahrer seien mit einigen Prellungen davon gekommen, als Polizeiboote versuchten, ihre Boote aufzubringen. Die Wasserschutzpolizei sei "mit ungewöhnlicher Härte" gegen die Greenpeace-Aktion vorgegangen.
+++ 11.03 Uhr: Die Blockaden auf den Zufahrtsstraßen nach Heiligendamm lösen sich seit dem Morgen langsam auf. Die rund 1000 Demonstranten räumen Straßensperren in Börgerende, Rethwisch sowie an der Galopprennbahn vor dem Sicherheitszaun um Heiligendamm, wo allein 500 G8-Kritiker die zweite Nacht ausgeharrt hatten.
+++ 10.18 Uhr: Die Gipfelgegner von Heiligendamm haben ihre Aktionen nach dreitägigen Blockaden zu einem Erfolg erklärt. "Wir sind mehr als zufrieden. Wir haben es geschafft, den Gipfel über die ganze Zeit lahm zu legen", sagte Lea Voigt von der Gruppe Block G-8. Die Polizei habe für Transporte zum Tagungshotel in Heiligendamm auf den Land- und Seeweg ausweichen müssen. "Wir schätzen, dass insgesamt 12.000 bis 13.000 Personen an den Massenblockaden teilgenommen haben", sagte Voigt.
+++ 9.34 Uhr: US-Präsident George W. Bush hat Magenbeschwerden und ist zunächst in seiner Hotelsuite in Heiligendamm geblieben. "Ich weiß nicht, ob es ein Magenvirus ist oder etwas ähnliches", sagte Bushs Berater Dan Bartlett. Der Präsident fühle sich einfach nicht wohl im Magen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärte nach einem etwa einstündigen Treffen mit Bush, dieser werde an der Arbeitssitzung der G-8-Staats- und Regierungschef teilnehmen, sobald er wieder dazu in der Lage sei. Das Gespräch fand in den Privaträumen Bushs statt.
+++ 8.42 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der G-8 haben sich bei ihrem Gipfeltreffen in Heiligendamm nach AFP-Informationen auf ein Hilfsprogramm für Afrika in Höhe von 60 Milliarden Dollar geeinigt. Das Geld soll unter anderem für die Bekämpfung von Aids und Malaria verwandt werden.
+++ 8.18 Uhr: Die Umweltorganisation Greenpeace ist am Freitagmorgen mit einer spektakulären Protestaktion gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm gescheitert. Die Umweltschützer ließen zwischen Rostock und Heiligendamm einen Heißluftballon aufsteigen, wie Sprecherin Svenja Koch mitteilte. Die Aktion sei aber nach kürzester Zeit von der Polizei gestoppt worden.
+++ 7.37 Uhr: Die restlichen Blockaden gegen den G-8-Gipfel in Heiligendamm sollen am Freitagvormittag beendet werden. "Die Teilnehmer wollen dann zunächst in ihre Camps zurückkehren und später an der Abschlusskundgebung in Rostock teilnehmen", erklärte die Sprecherin der Gruppe Block G-8, Lea Voigt. Nach ihren Angaben gab es noch Blockaden an der östlichen Zufahrtsstraße nahe dem Kontrollpunkt Rennbahn sowie im Ort Rethwisch.
+++ 5.57 Uhr: Auf deutsche Einrichtungen in Athen sind vermutlich im Zusammenhang mit dem G-8-Gipfel in Heiligendamm drei Brandanschläge verübt worden. In der Nacht zum Freitag wurden der Bus einer deutschen Schule sowie ein Opel- und ein Mercedes-Autohaus in der griechischen Hauptstadt attackiert
+++ 5.24 Uhr: In der SPD ist der Klima-Kompromiss der G8-Staaten mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden. "Das ist mehr als noch vor kurzem zu erwarten war", sagte Umwelt-Staatssekretär Michael Müller (SPD) der "Berliner Zeitung". Er bedauere aber, dass es nicht gelungen sei, das Ziel, die Erderwärmung bis 2050 auf zwei Grad zu begrenzen, verbindlich festzuschreiben. "Dieses Ziel ist die letzte Reißleine, um eine völlige Klimakatastrophe noch zu verhindern", sagte Müller.
+++ 5.19 Uhr: Für "Demokratie, Bürgerrechte und den hedonistischen Sonnenaufgang" demonstrieren am Strand des Ostseebades Rostock-Warnemünde rund 20 Personen. Die nach Einschätzung des G8-Polizeiführungsstabes Kavala offenbar dem linken Spektrum zugehörigen Spaßvögel hätten ihre Spontandemo kurz nach Mitternacht bei Beamten vor Ort angemeldet.
+++ 3.45 Uhr: Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn hat den G8-Klima-Kompromiss von Heiligendamm scharf kritisiert. "Die Einigung hat wenig Substanz. Das macht der Zusatz "in Betracht ziehen" bei den angestrebten CO2-Reduktionszielen deutlich", sagte die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen.
+++ 2.45 Uhr: Die meisten Deutschen erwarten vom G8-Gipfel inhaltlich kaum Impulse. Drei Viertel der Bundesbürger (75 Prozent) gehen nicht davon aus, dass das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Heiligendamm einen wegweisenden Beitrag zu mehr Gerechtigkeit in der Welt liefern wird.
+++ 1.57 Uhr: Angesichts des Darfur-Konflikts hat US-Präsident George W. Bush seine G-8-Kollegen zu einer schärferen Gangart gegenüber dem Sudan gedrängt. Nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair sagte Bush: "Genug ist genug in Darfur." Bush weiter: "Wenn die UNO nicht handelt, müssen wir selbst handeln."
+++ 1.17 Uhr: Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident George W. Bush hat der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper keinen Wert auf ein Treffen mit U2-Sänger Bono gelegt. "Treffen mit Stars sind nicht meine Sache", sagte Harper am Donnerstag vor Journalisten in Heiligendamm.
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