Auch Austermann gibt Merkel einen Korb: Merz-Nachfolge: Schäuble lehnt ab
zuletzt aktualisiert: 18.10.2004 - 12:17Berlin (rpo). Wolfgang Schäuble wird nicht Nachfolger von Friedrich Merz. Viele seiner Parteifreunde hätten es gerne gesehen, wenn der ehemalige Parteichef wieder eine zentrale Rolle in der CDU übernommen hätte. Doch Schäuble möchte sich lieber weiterhin der Außenpolitik widmen.
Parteichefin Angela Merkel gab Schäubles Absage nach Sitzungen von Präsidium und Bundesvorstand der CDU in Berlin bekannt.Merkel hatte Schäuble den Posten Ende vergangener Woche persönlich angetragen, nachdem der Finanzexperte Merz angekündigt hatte, er wolle sein Amt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender zum Jahresende aufgeben.
Schäuble sei der Meinung, dass er der Fraktion in seiner Funktion als Außen- und Sicherheitsexperte besser dienen könne, erklärte Merkel. Sie habe diese Entscheidung akzeptiert. Der Beschluss Schäubles sei nach mehreren Gesprächen "in sehr freundschaftlicher Atmosphäre" gefallen.
Schäuble habe sich für das Angebot bedankt und deutlich gemacht, dass es "eine Ehre" für ihn sei, betonte Merkel. Seine Aufgabe als Gegenspieler von Außenminister Joschka Fischer sei aber ebenfalls sehr wichtig.
Schäuble ist als Stellvertreter Merkels im Fraktionsvorstand für die Außen- und Sicherheitspolitik zuständig. Auch CSU-Chef Edmund Stoiber soll an Schäuble appelliert haben, sich nicht zu verweigern. Dieser hatte sich Bedenkzeit bis zum Wochenbeginn erbeten.
Auch der CDU-Haushaltsexperte Dietrich Austermann will den Posten von Merz nicht übernehmen. "Ich setze auf Sieg in Schleswig-Holstein", sagte Austermann der Nachrichtenagentur AP. Er brachte stattdessen den Parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion, Volker Kauder, und die fachpolitischen Sprecher der Fraktion ins Gespräch. Dazu zählten der Arbeitsmarktexperte Karl-Josef Laumann und der finanzpolitische Sprecher Michael Meister. Er gehe davon aus, dass Merkel dem geschäftsführenden Vorstand der Unionsfraktion am Nachmittag einen Vorschlag unterbreite, sagte Austermann.
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