Schill-Partei streitet um Ausschluss ihres Gründers: Mettbach droht Schill mit Partei-Rauswurf
zuletzt aktualisiert: 13.12.2003 - 15:00Eichstädt (rpo). Dem Parteigründer Ronald Schill droht nun auch noch der Partei-Rauswurf. Der jetzige Bundesvorsitzende Mario Mettbach will ihn nicht mehr in der Partei Rechtsstaatlicher Offensive (PRO) haben. Aus der Hamburger Bürgerschaftsfraktion haben sie Schill am Freitag bereits ausgeschlossen.
Dagegen forderte der Parteichef in Sachsen-Anhalt, Allan Morris, in einem Grußwort Mettbachs Rücktritt, um weiteren Schaden abzuwenden. Brandenburgs Parteivorsitzender Dirk Weßlau äußerte Verständnis für Schill.
Auf einem Parteitag des brandenburgischen Landesverbandes in Eichstädt (Oberhavel) verlangte Mettbach ein Ende der Personalquerelen. Nach dem verbalen "Amoklauf" Schills sei dessen Absetzung als Hamburger Landesvorsitzender und der Ausschluss aus der Fraktion die einzige Möglichkeit gewesen, der Partei überhaupt noch eine Zukunft zu geben. Der Hamburger Senat aus CDU, Schill-Partei und FDP war am Dienstag zerbrochen, nachdem Schill gedroht hatte, die Regierungsmehrheit zu gefährden.
Für den Februar sind in Hamburg Neuwahlen geplant. Der Bundesvorstand der Partei will an diesem Dienstag über einen Parteiausschluss Schills entscheiden.
Brandenburgs Parteichef Weßlau warnte vor einer Parteispaltung: "Ich bitte Ronald Schill, in das Team der Partei zurückzukehren." Die Partei dürfe aber nicht "auf Gedeih und Verderb" einer einzigen Person folgen, sondern müsse sich von ihrem Gründer emanzipieren.
Der Brandenburger Landesverband wollte bis zum Samstagabend einen neuen Vorstand wählen. Der Vorsitzende Weßlau tritt wieder an. Der im vergangenen Jahr gegründete Landesverband hat nach eigenen Angaben 280 Mitglieder.
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