kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Arbeitsagentur Pan Zeichen
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Neue Debatte: Migranten doppelt so häufig auf Sozialhilfe angewiesen

zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 13:38

Berlin (RPO). Sozialmissbrauch, spätrömische Dekadenz, härtere Strafen für angeblich Arbeitsunwillige. Der Ton in der Debatte um Hartz-IV-Gerechtigkeit wird schärfer. Nun rückt auch die Gruppe der Migranten in den Mittelpunkt der Diskussion. Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hinterfragt, warum Zuwanderer und ihre in Deutschland geborenen Nachkommen doppelt so häufig auf Sozialhilfe angewiesen sind wie der Rest der Bevölkerung.

Di Lorenzo beruft sich dabei auf eine Studie, die vor drei Monaten vom Bundesarbeitsministerium veröffentlicht wurde. Zu erklären, so schreibt der Chefredakteur in der "Zeit", sei dies zum einen damit, dass Migranten wegen ihrer oft geringen Qualifikation wenig Chanchen auf dem Arbeitsmarkt hätten. "Andererseits aber drängt sich der Verdacht auf, dass unser in Deutschland so angefeindetes Sozialsystem immer noch attraktiv genug ist, dass es eine massenhafte Einwanderung in die sozialen Netze auslöst - was das Prinzip der Einwanderung, in einem fremden Land durch eigener Hände Arbeit sein Glück zu finden, auf den Kopf stellte."

Der Studie zufolge haben 28 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger ausländische Wurzeln, in einigen Großstädten auch deutlich mehr. Der Migranten-Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt dagegen knapp 19 Prozent.

Keine Fehlentwicklungen verschweigen

Die Empörung über Westerwelles Tiraden zu Hartz IV darf nach Einschätzung di Lorenzos kein Grund sein, einige Fehlentwicklungen zu verschweigen. Dies alles verdiene einer ruhigen und kenntnisreichen Prüfung, gegebenenfalls auch einer Kurskorrektur. "Kein vernünftiger Mensch stellt die Hilfe als solche in Frage. Aber die Bürger wollen sicher sein, dass die Unterstützung wirklich den Bedürftigen zugute kommt", schreibt di Lorenzo.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), forderte in der "Bild"-Zeitung Sanktionen gegen Ausländer, die Sprach- oder Integrationskurse abbrechen oder gar nicht erst antreten wollen. "Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Bildung, Integration und guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb ist es völlig inakzeptabel, dass gut 20 Prozent der Ausländer den verpflichtenden Sprach- oder Integrationskurs abbrechen oder gar nicht erst antreten", zitiert ihn das Blatt. In solchen Fällen müssten "die gesetzlichen Sanktionen auch tatsächlich verhängt werden", sagte Bosbach weiter.

Hartz-IV-Schelte

Der FDP-Chef hatte vergangene Woche kritisiert, die staatlichen Leistungen für Arbeitslose fielen im Vergleich zu Niedrigverdienern zu hoch aus. Für Empörung sorgte vor allem sein Vergleich von "anstrengungslosem Wohlstand" mit "spätrömischer Dekadenz". Die Kritik hätte niemand zur Kenntnis genommen, wenn er sie "in Form eines diplomatischen Bulletins verkleidet" hätte, verteidigte Westerwelle seine Wortwahl. "Ich spreche nur aus, was in Wahrheit alle Politiker wissen, aber sie trauen sich nicht, es auszusprechen."

Nordrhein-Westfalens FDP-Landeschef Andreas Pinkwart sprach sich unterdessen für ein insgesamt härteres Vorgehen gegen Leistungsverweigerer aus. "Wenn wir jetzt die Betreuung in den Job-Centern weiter verbessern, was wir ja vorhaben, dann müssen die Bezüge arbeitsfähiger Hartz-IV-Empfänger, die zumutbare Arbeit verweigern, auch konsequenter gekürzt werden", sagte Pinkwart unserer Redaktion. Wer arbeitsfähig sei, "sollte auf staatliche Hilfe grundsätzlich nur Anspruch haben, wenn er auch zur Gegenleistung bereit ist", betonte der Wissenschaftsminister.

Die Bundesagentur für Arbeit hatte eingeräumt, dass die Job-Center oft nur zögerlich mögliche Strafen gegen Leistungsverweigerer verhängten. Nimmt ein "Hartz IV"-Empfänger eine Arbeit nicht an, können seine Bezüge für drei Monate um 30, beim zweiten Mal um 60 Prozent gekürzt werden.

Quelle: DDP/pegn

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld auf den ... mehr 

Weißes Haus bedauert Obamas KZ-Versprecher

"Polnisches Todeslager"

Weißes Haus bedauert Obamas KZ-Versprecher

Das Weiße Haus hat sich für eine missglückte Äußerung von US-Präsident Barack Obama zu einem KZ in Polen entschuldigt. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld auf den Weg gebracht. Profitieren können auch Berufstätige. Nun muss das Kabinett den Entwurf verabschieden. Am Mittwoch billigte es zunächst Schröders ... von Eva Quadbeck  mehr

 
 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

Top-Services