Hetzjagd von Mügeln: Milbradt plant Konferenz gegen Rechts
zuletzt aktualisiert: 23.08.2007 - 07:58Dresden (RPO). Nach den Übergriffen auf Inder in Mügeln will Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) eine Konferenz zum Thema Rechtsextremismus organisieren. Daran sollen Vertreter sächsischer Kommunen teilnehmen. Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Gewaltbereitschaft zu verstärken.
Im MDR-"Sachsenspiegel" kündigte er am Mittwochabend erste Schritte an: "Wir planen im November eine Konferenz mit Vertretern aus den sächsischen Kommunen, um Maßnahmen gegen Gewalt und Extremismus zu erörtern."
Dennoch warnte Milbradt noch einmal vor einem vorschnellen Urteil im Fall Mügeln. Ob es rechtsextreme Motive gäbe, müsse noch ermittelt werden: "Der Tathergang dieser erschreckenden Gewaltexplosion ist noch völlig unklar." Milbradt plädierte deshalb für eine sorgfältige und umfassende Aufklärung. "Wir nehmen nichts auf die leichte Schulter. Aber wir brauchen noch Zeit, denn die Zeugenaussagen sind sehr widersprüchlich. Das erschwert die Ermittlungen."
Unabhängig von einem möglichen rechten Hintergrund der Ausschreitungen von Mügeln werde man gegen Rechtsextremisten im Freistaat weiterhin hart vorgehen: "Wir wollen den Rattenfängern von Rechts das Handwerk legen", sagte Milbradt.
In der Nacht zum Sonntag waren in Mügeln acht Inder nach einer Rangelei bei einem Volksfest von etwa 50 Männern verfolgt und verprügelt worden. 14 Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen verletzt, darunter auch die acht Inder. Gegen zwei Männer wird nun wegen Landfriedensbruchs ermittelt.
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