"Schwerer Zielkonflikt" bei Betreuungsgeld: Ministerin Köhler will jungen Vätern helfen
zuletzt aktualisiert: 28.11.2009 - 13:41Berlin (RPO). Die designierte neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler (CDU) steht nach eigener Einschätzung bei der geplanten Einführung eines Betreuungsgelds vor einem Dilemma. "Das ist wirklich ein schwerer Zielkonflikt", sagte die CDU-Bundestagsabgeordnete. Außerdem kündigte sie an, sich stärker für die Belange junger Väter einzusetzen.
Zum einen sei es richtig, dass der Staat jungen Eltern, die ihr kleines Kind komplett zuhause betreuen wollten, eine Anerkennung zukommen lasse. Denn vom Ausbau der Kinderkrippen hätten diese nichts.
"Auf der anderen Seite darf es aber auch kein Anreiz sein für Familien, in denen das Kind sehr gut profitieren könnte von einer Kinderbetreuungseinrichtung, dass die sagen: 'dann lass ich mein Kind lieber zu Hause'", warnte Köhler. "Da müssen wir uns ganz genau Gedanken machen, wie wir dieses Dilemma lösen." Zum Glück habe die Koalition noch bis 2013 Zeit.
Laut Koalitionsvertrag sollen Eltern, die ihre Kleinkinder nicht in eine Kindertagesstätte geben, ab 2013 monatlich ein Betreuungsgeld von 150 Euro erhalten. Köhlers Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte eine Auszahlung abgelehnt und sich stattdessen für die Ausgabe von Gutscheinen ausgesprochen. Köhler betonte, es gelte die Formulierung des Koalitionsvertrages, wonach es "gegebenenfalls" Gutscheine gebe.
"Das sind wirklich sehr große Fußstapfen"
Ihrer Vorgängerin, die als Nachfolgerin des zurückgetretenen Ministers Franz Josef Jung (CDU) ins Arbeitsressort wechselt, zollte Köhler Respekt. Von der Leyen sei eine "ganz tolle Familienministerin" gewesen, sagte Köhler im ZDF. "Das sind wirklich sehr große Fußstapfen, in die ich da trete. Ich will ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen." So gehe es in den kommenden Jahren darum, den bereits in Gang gebrachten Ausbau der Kinderbetreuung vollends umzusetzen.
Zugleich wolle sie aber auch neue Akzente setzen und sich dabei insbesondere um die Probleme von Jungen und Männern kümmern, kündigte Köhler an. So hätten junge Väter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft größere Probleme als Frauen, an ihrem Arbeitsplatz zu erklären, dass auch sie Zeit für die Familie bräuchten.
Es gehe es darum, für junge Paare mit Kinderwunsch "Rahmenbedingungen zu schaffen, dass sie den auch verwirklichen, dass sie Kinder kriegen und möglichst nicht nur eins", sagte die CDU-Politikerin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Köhler nach ihren Angaben erst am Freitagmittag gefragt, ob sie die Aufgabe übernehmen wolle. "Bis dahin hatte ich wirklich keine Ahnung", sagte sie. Sie habe "sehr hohen Respekt vor dieser Aufgabe, aber es ist auch eine riesige Herausforderung, auf die ich mich freue".
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