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Streit um Veröffentlichungen: Mohammed-Karikaturen: Schäuble erntet Kritik

zuletzt aktualisiert: 27.02.2008 - 17:43

Berlin (RPO). Alle Zeitungen in Europa sollten die umstrittenen Mohammed-Karikaturen abdrucken. Das hat Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gefordert - und ist damit auf heftige Kritik gestoßen. Daraufhin ruderte Schäuble zurück und sagte, er sei falsch verstanden worden.

Schäuble sagte der Wochenzeitung "Zeit", er habe Respekt davor, dass die dänischen Zeitungen die Zeichnung erneut publiziert hätten. "Eigentlich müssten jetzt alle europäischen Zeitungen diese Karikaturen abdrucken, und zwar mit der Erklärung: Wir finden sie auch miserabel, aber die Inanspruchnahme von Pressefreiheit ist kein Grund, Gewalt zu üben", sagte der Minister.

Ein Sprecher des Ministeriums übte am Mittwoch scharfe Kritik an einer Vorabmeldung der Wochenzeitung "Die Zeit" und nannte sie "verantwortungslos". Darin hieß es, der Minister ermuntere Zeitungen zum Wiederabdruck der dänischen Karikaturen.

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg betonte, dass Redaktionen, Zeitungen und Verlage bei der Inanspruchnahme der Pressefreiheit auch kulturelle Empfindungen und Empfindsamkeiten berücksichtigen müssten. Zur Abwägung gehöre der Respekt vor Andersdenkenden und Andersgläubigen.

Große dänische Zeitungen hatten Mitte Februar erneut eine Karikatur des Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban veröffentlicht. Sie reagierten damit auf bekanntgewordene Mordpläne gegen den Zeichner. Die Veröffentlichung rief wie schon vor zwei Jahren heftige Proteste in der islamischen Welt hervor.

Auch am Mittwoch demonstrierten im Sudan zehntausende Menschen gegen die neuerliche Veröffentlichung der umstrittenen Karikaturen. Die Demonstranten folgten einem Aufruf der islamistischen Regierung und versammelten sich in der Innenstadt der Hauptstadt Khartum. Sie riefen "Nieder mit Dänemark" und "Wir werden unseren Propheten beschützen". Die Organisatoren erwarteten eine Million Teilnehmer.

Quelle: afp

 
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