Auftakt des Deutschlandbesuchs: Mubarak bespricht mit Fischer Lage im Irak
zuletzt aktualisiert: 16.04.2004 - 12:00Hannover (rpo). Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hat zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs mit Außenminister Joschka Fischer über die Lage im Irak und über den Nahostkonflikt gesprochen.
In dem Gespräch ging es nach Angaben des Auswärtigen Amts vor allem um die Lage in Irak und den Nahostkonflikt. Am Mittag wollte Mubarak Bundeskanzler Gerhard Schröder treffen. Auch dabei wird voraussichtlich die Kehrtwende der USA in der Nahostpolitik eine zentrale Rolle spielen.
US-Präsident George W. Bush hatte dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon am Mittwoch bei einem Treffen in Washington Rückendeckung für dessen Plan gegeben, alle Siedlungen im Gazastreifen zu räumen und dafür größere Gebiete im Westjordanland zuerkannt zu bekommen. Eine Rückkehr der 1948 aus ihrer Heimat vertriebenen Palästinenser in das heutige Israel erklärte Bush für ausgeschlossen.
Die palästinensische Führung hatte den Kurswechsel der USA als Todesstoß für den Friedensprozess gewertet. Auch aus der Europäischen Union kam Kritik. Die Bundesregierung erklärte, nur eine zwischen Israel und den Palästinensern abgestimmte Lösung könne auf Dauer den Frieden im Nahen Osten garantieren.
Mubarak hatte Bush am Montag getroffen und anschließend erklärt, die von Scharon angekündigte Räumung der Siedlungen im Gazastreifen reiche nicht aus. "Das wird von der öffentlichen Meinung in der Region nicht akzeptiert."
Am späten Nachmittag will Mubarak in Hannover auch mit Bundespräsident Johannes Rau zusammentreffen, am Samstagmorgen reist er ab.

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