Zum Auftakt in Berlin: Müller attackiert Sarrazin beim SPD-Parteitag
zuletzt aktualisiert: 21.06.2008 - 11:34Berlin (RPO). Michael Müller hat für einen heiß diskutierten Auftakt des SPD-Landesparteitags am Samstag in Berlin gesorgt. Der SPD-Landes-Chef griff den Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (ebenfalls SPD) indirekt scharf an.
"Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn jemand für fünf Euro die Stunde arbeiten gehen will, wenn er es sich leisten kann", sagte Müller in Anspielung auf jüngste Äußerungen seines Parteikollegen. Hier gehe es aber nicht um die Meinung eines Einzelnen, sondern um eine Grundsatzposition der SPD.
"Ich akzeptiere nicht mehr, dass Grundsatzpositionen der SPD über die Medien ständig in Frage gestellt werden", sagte Müller. Er wolle auch nicht mehr hören, dass man von 1,70 Euro am Tag und ein paar Tomaten leben könne. "Wir kämpfen dafür, dass Menschen mit ihrer Arbeit ihre Familien ernähren und unter menschenwürdigen Bedingungen leben können", betonte der SPD-Chef. Es sei eine Schande, dass noch nicht überall in Deutschland möglich sei, was in europäischen Nachbarstaaten seit Jahren und Jahrzehnten selbstverständlich sei.
Die SPD setzt sich für die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von 7,50 Euro die Stunde ein. Sarrazin hatte diese Woche mit seiner Äußerung, er würde jederzeit für fünf Euro pro Stunde arbeiten, heftige Proteste sowie Rücktrittsforderungen der Linken, der Opposition und aus den eigenen Reihen provoziert.
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