kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

CDU schwächelt bei Landtagswahlen: Müller und Althaus vor dem Aus

VON NILS DIETRICH - zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 - 11:36

Düsseldorf (RPO). Das hatte sich die Union sicher anders vorgestellt: Bei den Landtagswahlen im Saarland und in Thüringen erlitt die CDU eine empfindliche Schlappe. Die Ministerpräsidenten Peter Müller und Dieter Althaus stehen vor dem Verlust ihrer Ämter. Unterdessen Freude bei den Gewinnern: Oskar Lafontaine und seine Linkspartei wirbeln das politische Gefüge durcheinander - und die totgesagte SPD wittert Morgenluft.  

Nach der Wahl ist vor der Wahl, könnte man nach dem spektakulären Wahlsonntag meinen. Zwar liegen die Ergebnisse bereits vor - doch wer koaliert zukünftig mit wem? Und wer hat die Wahl eigentlich gewonnen? Die beiden großen Verlierer des gestrigen Wahlabends stehen hingegen fest: Saarlands Ministerpräsident Peter Müller und sein thüringer Amtskollege Dieter Althaus mussten schwere Stimmenverluste hinnehmen und dürften ihre Ämter verlieren. Einzig Sachsens Stanislaw Tillich hielt sich nach einem leisen Wahlkampf schadlos und wird weiterhin an der Spitze des Freistaates stehen. 

Info
Ergebnisse, Sieger, Verlierer: Alle Infos zur Kommunalwahl finden Sie in unserem Special. Eine Übersicht über die Wahlergebnisse in den Städten und Gemeinden finden Sie hier.

Als CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla am Sonntag vor die Kameras trat, sprach er von "Licht und Schatten". Gemeint war das desaströse Abschneiden im Saarland und in Thüringen. An der Saar fuhr die CDU nur noch 34,5 Prozent ein, was einem dramatischen Einbruch von 13 Prozent entspricht. Nach zehn Jahren CDU-Regierung war die Zufriedenheit mit der Landespolitik deutlich gesunken. Jetzt kam die Quittung: Selbst für eine Koalition mit der FDP reicht es nicht.

Dass die Etablierten schwächeln, ist auch Oskar Lafontaine zu verdanken. Der regierte im Saarland bereits von 1985 bis 1998 - jetzt vollzog er für die Linke ein fulminantes Comeback und fuhr direkt 21,3 Prozent ein. Dieser Rekordwert für die SED-Nachfolgepartei ist ganz klar auf die Personalie Lafontaine zurückzuführen. Der Linke-Chef wird sich in Saarbrücken nicht an den Kabinettstisch setzen, doch seinen ehemaligen Mitarbeiter Heiko Maas von den Solzialdemokraten zu seinem Nachfolger machen. Ein rot-rot-grünes Bündnis mit einer geschwächten SPD scheint hier äußerst wahrscheinlich.

Althaus vor der Ablösung?

Anders in Thüringen: Ministerpräsident Dieter Althaus hat turbulente Monate hinter sich. Der tragische Ski-Unfall vom Neujahrstag, bei dem durch sein Verschulden eine Frau getötet wurde, sollte im Wahlkampf eigentlich keine Rolle spielen. Trotzdem ist dieses Thema nicht ganz auszuschließen, Althaus Image hat unter den Vorkommnissen deutlich gelitten. Zudem sinkt das Vetrauen in die Kompetenzen der Erfurter CDU. Nur noch 31,2 Prozent der Wähler votierten für die Union, was einem Rückgang von 11,8 Prozent entspricht.

Zweitstärkste Kraft ist die Linke, doch für einen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow wird es nicht kommen. SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie schloss eine rot-rote Koalition unter Führung der Linken aus - vor der Bundestagswahl würden die Sozialdemokraten einen solchen Schritt ohnehin nicht wagen. Und Ramelow kann Matschie bei dem deutlichen Vorsprung gegenüber der SPD nicht einfach den Vortritt lassen. Die wahrscheinlichste Variante: Eine große Koalition von CDU und SPD, allerdings ohne den bisherigen Landesvater. "Die Menschen in Thüringen wollen Herrn Althaus nicht mehr", sagte SPD-Generalsekretär Hubertus Heil am Montag im "Deutschlandfunk".  

Steinmeier hofft auf "Rückenwind" 

Die SPD wittert angesichts der Wahlergebnisse Morgenluft. Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier spürt "Rückenwind" für den Bundestagswahlkampf. "Zwei Dinge sind klar: Dramatische Verluste bei der Union, Schwarz-Gelb wird nicht gewollt", sagte der Außenminister der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Fest steht: Strategisch geht die Partei aus dem Wahlsonntag tatsächlich gestärkt hervor - im Saarland und in Thüringen geht ohne die Sozialdemokraten nichts.

Bei der CDU hingegen ist der Wanrschuss der Wähler angekommen. Erste kritische Stimmen zu der Wahlkampfführung von Kanzlerin Angela Merkel werden laut. Die Bundestagswahl am 27. September könnte nicht der erwartete Selbstläufer werden, fürchtet die in den Umfragen haushoch führende Union. 

Dass man auch ohne die nun geforderte Leidenschaft Wahlen gewinnen kann, zeigte Sachsens alter und wohl auch neuer Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Ihm konnte die "Blockflöten"-Affäre nichts anhaben. In Magdeburg wird er nun seinen Koalitionspartner SPD gegen die Wunschoption FDP austauschen. Die Liberalen konnten übrigens in allen drei Bundesländern deutlich zulegen, aber nur in Sachsen lässt sich der Gewinn auch in politische Macht ummünzen. 

Die Wahlergebnisse im Überblick

CDU-Debakel im Saarland:
Mehr zum Saarland  
Analyse

Linke in Thüringen vor der SPD:
Mehr zu Thüringen
Analyse

Tillich kann in Sachsen weiter regieren:
Mehr zu Sachsen
Analyse

 


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld auf den ... mehr 

Weißes Haus bedauert Obamas KZ-Versprecher

"Polnisches Todeslager"

Weißes Haus bedauert Obamas KZ-Versprecher

Das Weiße Haus hat sich für eine missglückte Äußerung von US-Präsident Barack Obama zu einem KZ in Polen entschuldigt. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Betreuungsgeld für Eltern

Was in Schröders Gesetzentwurf steht

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld auf den Weg gebracht. Profitieren können auch Berufstätige. Nun muss das Kabinett den Entwurf verabschieden. Am Mittwoch billigte es zunächst Schröders ... von Eva Quadbeck  mehr

 
 

Bildungsministerin unter Druck

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

 

Zukunft des umstrittenen Kohlekraftwerks

Rot-Grün sucht Datteln-Kompromiss

 

Bundespräsident auf Staatsbesuch

Joachim Gauck – Israels kritischer Freund

 

Drohender Verzug bei Bergung der Abfälle

Altmaier besucht Atommülllager Asse

Top-Services