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EU-Richtlinie überschritten: München kämpft gegen Staub

zuletzt aktualisiert: 25.03.2005 - 10:16

München (rpo). Die Stadt München hat bereits im März gegen eine neue EU-Richtlinie verstoßen und an mehr als 35 Tagen im Jahr die zulässigen Höchstgrenzen von 50 Mikrogramm Staub pro Kubikmeter überschritten. Die Stadtoberen streiten sich nun um die richtigen Gegenmaßnahmen.

Der Staub-Grenzwert sei an Verkehrsknotenpunkten in München im Mittelwert von 24 Stunden erneut überschritten worden, erklärte das Ministerium.

Das drohende Überschreiten der seit dem 1. Januar in Deutschland und der übrigen Europäischen Union geltenden Grenzwerte hatte in den vergangenen Wochen bereits zu Streit über Gegenmaßnahmen geführt. Während Grünen-Politiker auch die Möglichkeit einer City-Maut befürworten, um die Innenstädte vom Verkehr zu entlasten, forderte der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf längerfristige Maßnahmen.

Luftreinhaltepläne

So haben Schnappaufs Angaben zufolge die zehn am meisten gefährdeten Städte Bayerns bereits Luftreinhaltepläne vorgelegt, die unter anderem den Bau von Umgehungsstraßen und Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr vorsehen. Politiker aller Parteien fordern den verstärkten Einsatz von Rußpartikelfiltern bei Dieselfahrzeugen.

In München wird die Einführung einer City-Maut abgelehnt. Die Stadt verweist auf einen überdurchschnittlich hohen Nutzungsgrad von 80 Prozent im öffentlichen Nahverkehr. Entlastung soll unter anderem die Umstellung von öffentlichen Bussen auf Erdgasbetrieb und die Verkürzung des S-Bahn-Takts bringen. Umweltminister Schnappauf kritisierte zudem, dass es Anzeichen gebe, dass zunehmend Lastwagenfahrer den Weg durch die Stadt nutzten, um die mautpflichtige Autobahnumfahrung Münchens zu umgehen.

Feinstäube gelten als eines der drängendsten Probleme bei der Luftreinhaltung, da sie medizinischen Studien zufolge Atemwegerkrankungen, Herz-Kreislauf-Versagen und Lungenkrebs auslösen können. Die EU geht in einer neuen Untersuchung von mehr als 65.000 vorzeitigen Todesfällen in Deutschland wegen der Luftbelastung mit Feinstaub und Ozon aus. Die winzigen Teilchen in der Größe von weniger als zehn Mikrometer setzen sich unter anderem aus Dieselrußpartikeln, Industrieemissionen, Straßenstaub und Autoreifenabrieb zusammen. Dieselrußfilter können halten bei Fahrzeugen, über 99 Prozent aller Feinstaub-Partikel im Abgasausstoß zurück halten.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte am Montag beim Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen die Hauptstadt wegen zu hoher Feinstaubbelastung eingereicht. Zugleich drohte der Verband auch München, Stuttgart, Dortmund und Düsseldorf Klagen an, um sie zu Gegenmaßnahmen wie Fahrverboten zu zwingen.

Quelle: ap

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