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Wegen Türkei-Delegation
Polizeischutz für Cem Özdemir auf Münchner Sicherheitskonferenz

Münchner Sicherheitskonferenz: Polizeischutz für Cem Özdemir
Cem Özdemir beim Politischen Aschermittwoch der Grünen in Baden-Württemberg. FOTO: Felix Kästle/dpa
Berlin. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir hat nach einem Medienbericht auf der Münchner Sicherheitskonferenz Polizeischutz erhalten. Zuvor hatte es eine zufällige Begegnung mit der türkischen Delegation in einem Hotel gegeben.

Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, war Özdemir im selben Hotel untergebracht wie das offizielle Begleitpersonal des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim. Der Grünen-Politiker sei der Delegation am Freitag zufällig in der Hotellobby begegnet. "An ihrem Gesichtsausdruck konnte ich ablesen, dass sie nicht erfreut waren, mich zu sehen", wird Özdemir zitiert. 

Der ehemalige Grünen-Chef bestätigte später den Bericht und wies der Bundesregierung eine Mitschuld an türkischen Drohungen zu, die den Personenschutz für ihn notwendig gemacht hatten. "In Berlin sollte man sich langsam fragen, ob das permanente Schönreden der Situation in Ankara nicht zu einem solchen Verhalten der türkischen Seite beiträgt", sagte Özdemir unserer Redaktion.

Es sei "bizarr", einem "Geiselnehmer wie Erdogan" noch zu danken, wenn er eine seiner Geiseln nach einem Jahr freilasse und zu den gleichzeitig zu lebenslanger Haft verurteilten Journalisten nichts zu sagen habe. In München habe allerdings die Polizei einen "großartigen Job gemacht", unterstrich Özdemir. 

Özdemir hatte Erdogan wiederholt kritisiert

Die "Welt am Sonntag" hatte unter Berufung auf Polizeibeamte berichtet, die Türken hätten sich beschwert, dass offensichtlich ein "Terrorist" im Hotel untergebracht sei. Damit sei Özdemir gemeint gewesen. Seit Samstagmorgen wurde Özdemir von drei bayerischen Beamten begleitet, zu Terminen wurde er in einem Polizeifahrzeug gebracht. Inzwischen ist er wieder in Berlin

Özdemir sagte dem Blatt, man bekomme "einen Eindruck, welche Aggressivität von diesem Unsicherheitspersonal wohl in der Türkei ausgeht, wenn sie sich bei uns schon so aufführen".  Es sei "schlimm genug, dass Erdogans Schergen unter Andersdenkenden Angst und Schrecken verbreiten" fügte Özdemir hinzu. "Aber in Deutschland hat es nichts verloren."

In der Vergangenheit hatte Özdemir wiederholt scharfe Kritik an Erdogan geäußert und etwa betont, mit diesem könne es keine EU-Mitgliedschaft der Türkei geben.

Die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei vor einem Jahr hatte in den Beziehungen zwischen beiden Ländern für einen Tiefpunkt gesorgt. Am Freitag war Yücel freigekommen. 

(das/rtr/AFP/dpa)
 
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