kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

SPD-Chef für Solidatität und Sozialstaat: Müntefering: Die Reichen müssen mehr bezahlen

zuletzt aktualisiert: 28.02.2009 - 19:14

Hamburg (RPO).  Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering fordert eine höhere Besteuerung für Spitzenverdiener zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise. "Die Reichen werden mehr bezahlen müssen, sonst wird man das Geld nicht zusammenkriegen, das die organisierte Solidarität, der Sozialstaat, braucht", sagte Müntefering.

SPD-Chef Müntefering will, dass die Reichen mehr bezahlen.  Foto: RPO
SPD-Chef Müntefering will, dass die Reichen mehr bezahlen. Foto: RPO

Zugleich sprach er sich gegen allzu weitreichende Staatshilfen für angeschlagene Unternehmen aus. "Wir wollen helfen, ja", betonte Müntefering. "Aber wir können nicht alles abfedern. Es ist eine große Versuchung, dass Politik so tut, als sei sie omnipotent. Der Staat soll nicht versuchen, auf VEB (Volkseigener Betrieb, Anm. d. Red.) zu machen."

Neuordnung der Finanzmärkte

Müntefering warnte die Union davor, bei der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses am 4. März eine stärkere Kontrolle der Finanzmärkte und der Gehälter von Spitzenmanagern zu blockieren. "Wir brauchen schärfere Regeln und zwar schnell", sagte er. "Das muss die große Koalition noch vor der Wahl leisten." Wenn die Union dabei nicht mitmache, werde die SPD dies zum Wahlkampfthema machen.

Müntefering kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Ihr fehle "der Mut, Zeichen zu setzen", sagte der SPD-Chef. "Die Union wirkt diffus, die Partei ist unübersichtlich. Die CDU erinnert an ein Chamäleon, und die Vorsitzende der CDU führt das nicht zusammen. Frau Merkel lässt das in alle Himmelsrichtungen laufen."

Die SPD-Minister Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück hatten zudem am Freitag konkrete Vorschläge für Gesetzesänderungen vorgelegt, mit denen sie am Mittwoch in den Koalitionsausschuss gehen wollen. Unter anderem wollen sie mehr Transparenz bei Spitzengehältern. Deren steuerliche Abzugsfähigkeit soll auf eine Million Euro beschränkt werden. Der gesamte Aufsichtsrat, nicht nur ein Ausschuss, soll die Gehälter festlegen. Zugleich soll die Haftung des Gremiums verschärft werden.

CDU kritisiert SPD-Vorschläge

Auf die SPD-Vorschläge für eine Neuordnung der Finanzmärkte hat die CDU mit Kritik reagiert. Umstritten waren am Wochenende vor allem die Vorschläge zur Begrenzung von Managergehältern und zur Einführung einer Börsenumsatzsteuer.

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla plädierte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" dafür, dass künftig die jährliche Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft über die Höhe der Managergehälter entscheiden solle. "Seriöser und offener kann es nicht sein, und doch lehnt die SPD dies ab", sagte Pofalla. Es sei ihm unverständlich, dass die Sozialdemokraten diese Frage dem Aufsichtsrat vorbehalten wollten.

Laut Poß gibt es Einigung auf Aufsichtsrat-Entscheidung

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundesfraktion, Joachim Poß, hielt Pofalla entgegen, in der Koalitionsarbeitsgruppe zur Neuordnung der Managergehälter hätten SPD und CDU/CSU eben diese Aufsichtsrat-Regelung vereinbart. Damit werde gewährleistet, dass auch die Arbeitnehmervertreter an den Entscheidungen beteiligt würden. Pofallas Vorschlag würde dagegen den "Bock zum Gärtner machen": Denn die Hauptversammlungen von Unternehmen würden oft von genau den Finanzinvestoren dominiert, die die Finanzkrise mit ihrem überzogenen Renditedenken verursacht hätten, erklärte Poß.

Auch die von der SPD vorgeschlagene Umsatzsteuer von 0,5 Prozent auf Wertpapiergeschäfte stieß bei der Union auf Kritik. Der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Otto Bernhardt, sagte, dies sei sei nicht der richtige Weg in der jetzigen Lage. In der "Frankfurter Rundschau" machte er aber deutlich, die Ablehnung beziehe sich nur auf diese Legislaturperiode und auf einen deutschen Alleingang. "Wenn überhaupt, sollte man eine solche Börsenumsatzsteuer auf europäischer Ebene prüfen", sagte er.

Quelle: DDP

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. mehr 

Syrische Deserteure drohen Assad

Bürgerkrieg in Syrien

Syrische Deserteure drohen Assad

Die westlichen Staaten und die syrischen Rebellen drohen dem Assad-Regime mit einer härteren Gangart. mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Kurios: Flugzeuge verhaken sich ineinander

Auf dem Chicagoer Flughafen sind sich zwei sehr ungleiche Flugzeuge ins Gehege gekommen. Eine Boeing 747 wollte sich auf den Weg machen, als ... mehr 

Bundespräsident Gauck in Israel

Umstrittene Äußerung zum Islam

Muslime werfen Gauck Geschichtsfälschung vor

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich von der Einschätzung seines Vorgängers Christian Wulff distanziert, der Islam gehöre zu Deutschland. Damit brachte er den Zentralrat der Muslime gegen sich auf. Gauck betreibe Geschichtsfälschung. mehr

 

Machtkampf bei den Linken

Kipping lässt Riexinger abblitzen

 

Letzter DDR-Wirtschaftsminister

Gerhard Pohl tot aufgefunden

 

Minister stellt neues Programm vor

Altmaier grenzt sich von Röttgen ab

 
 

Bundesinnenminister Friedrich im Interview

Deutschland schickt 30 Polizeibeamte zur EM

Top-Services