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Umfrage: Müntefering fast so beliebt wie Merkel

zuletzt aktualisiert: 04.09.2008 - 23:19

Köln (RPO). Zwei Drittel der Deutschen bewerten das Comeback Franz Müntefering positiv. 36 Prozent sehen in ihm sogar einen aussichtsreichen Kanzlerkandidaten. Damit gehört der ehemalige SPD-Vorsitzende zu den Gewinnern des aktuellen ARD-Deutschlandtrends. Nur Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (67 Prozent) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (63 Prozent) fanden bei den Bürgern größeren Zuspruch. 

Beck und Müntefering: Das Verhältnis zwischen beiden gilt als angespannt.  Foto: AP, AP
Beck und Müntefering: Das Verhältnis zwischen beiden gilt als angespannt. Foto: AP, AP

Offenbar gelingt es dem 68-Jährigen seine Anhänger auch außerhalb von Wahlkampfveranstaltungen zu überzeugen. 62 Prozent der Befragten gaben an, mit Münteferings Arbeit "sehr zufrieden" zu sein. Müntefering hatte sich gestern Abend mit einem leidenschaftlichen Appell für politische Führung und mehr soziale Gerechtigkeit in der aktiven Politik zurückgemeldet. Bei einer Veranstaltung vor über 400 Zuhörern im Hofbräukeller unterstützte er den bayerischen SPD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 28. September, Franz Maget.

Der ehemalige Vizekanzler verlor bei den Bayern-Sozis kein Wort über seine künftigen Pläne. Seine Comeback-Rede fünf Wochen nach dem Tod seiner Frau war allerdings furios. Viele seiner Anhänger fragten sich, ob die Parteispitze auf so einen Mann verzichten kann. Um so mehr, als mit dem nahenden Super-Wahljahr die Notwendigkeit immer drängender wird, aus dem Umfragetief herauszukommen.

Demnächst wird Müntefering wieder als einfacher Abgeordneter im Bundestag mitarbeiten. Die SPD dürfe den 68-jährigen Exchef nicht mit einer "geradezu gigantischen Erlöser-Erwartung" überfordern, warnte Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse.

Viele Bürger sehen dagegen in Franz Müntefering bereits einen aussichtsreichen Kanzlerkandidaten. In der Umfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen räumen ihm 36 Prozent die größten Chancen ein. Der Polit-Oldie liegt damit gerade mal 5 Prozentpunkte hinter seinem Parteigenossen Steinmeier. Parteichef Kurt Beck ist dagegen weit abgeschlagen. Er kommt gerade mal auf 10 Prozent. 

Entsprechend hält sich auch Becks Freude über das "Münte"-Comeback in Grenzen. Es sei "ehrenwert, wenn man mit 68 gebeten wird, seine Erfahrung einzubringen", hatte er gesagt und gleich die Grenzen markiert: "Jede unterstützende und beratende Tätigkeit ist bei uns herzlich willkommen."

 

Quelle: tmn

 
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