Umfrage: Müntefering unten durch, Merkel oben auf
zuletzt aktualisiert: 19.02.2006 - 09:55Hamburg (rpo). Der große Verlierer im Kabinett der großen Koalition ist Vizekanzler Franz Müntefering (SPD). Wie eine Forsa-Umfrage ergab, sind nur 37 Prozent mit der Arbeit Münteferings zufrieden, 51 Prozent sind unzufrieden. Große Gewinnerin ist demnach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): 70 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden.
Besonders schlecht ist der Arbeits- und Sozialminister Müntefering in den neuen Bundesländern angesehen: Dort sind nur 26 Prozent sind mit seiner Arbeit einverstanden. Forsa-Chef Manfred Güllner bezeichnete das Ergebnis als "Ohrfeige für Müntefering". Es sei ein großer Fehler gewesen, dass er als SPD-Vorsitzender zurücktrat, sich aber trotzdem zum Vizekanzler habe wählen lassen. "Diese Inkonsequenz wird ihm jetzt angelastet." Die Umfrage war im Auftrag von "Bild am Sonntag" erstellt worden.
Drei weitere Minister werden von den Bundesbürgern überwiegend negativ beurteilt: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) erzielt noch schlechtere Werte als Müntefering, kommt auf 27 Prozent Zustimmung und 61 Prozent Ablehnung. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bekommt Beifall von 29 Prozent und Pfiffe von 33 Prozent der Deutschen.
Die besten Noten bekommt in der Umfrage Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): 70 Prozent der Befragten sind mit ihrer Arbeit zufrieden, nur 23 Prozent attestieren ihr schwache erste Monate. Hinter der Kanzlerin auf Rang zwei liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), dessen Start von 58 Prozent der Deutschen als gelungen und von 19 Prozent als misslungen angesehen wird.
Insgesamt werde die Regierung von den CDU-Anhängern besser beurteilt als von den SPD-Anhängern, sagte Forsa-Chef Güllner. Diese hätten weder Merkel noch die Mehrwertsteuer-Erhöhung gewollt. "Jetzt haben sie beides." In der repräsentativen Umfrage befragte Forsa am 15. und 16. Februar mehr als 1000 Bundesbürger.
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