Von Schweden nach Deutschland: Mutmaßlicher Al-Qaida-Unterstützer ausgeliefert
zuletzt aktualisiert: 18.05.2007 - 13:20Karlsruhe (RPO). Schweden hat einen mutmaßlichen Mittelsmann des Terrorornetzwerks Al Qaida an Deutschland ausgeliefert. Der 24 Jahre alte Marokkaner Abdelali M. wurde am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt, der ihm den Haftbefehl eröffnet und den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat.
Wie die Bundesanwaltschaft am Freitag weiter mitteilte, soll der Verdächtige von Mai bis 6. Juli 2006 den ebenfalls aus Marokko stammenden Deutschen Redouane E.H. bei der Rekrutierung und Schleusung islamistischer Kämpfer unterstützt haben.
Abdelali M. wurde am 26. März 2007 auf Grund eines von der Bundesanwaltschaft ausgestellten Europäischen Haftbefehls in Schweden festgenommen und befand sich seitdem dort in Auslieferungshaft. Er war nach Angaben der Justizbehörde Ansprechpartner von Redouane E.H. in Marokko und erörterte mit ihm Einzelheiten der Rekrutierung und Schleusung wie Qualifikation rekrutierter Kämpfer, Reisewege nach Syrien, Einreisemodalitäten und die Bedrohung der Kämpfer durch ausländische Sicherheitsbehörden.
Redouane E.H. habe in den Sudan ausreisen wollen und den 24-Jährigen zu seinem Nachfolger für die weitere Zusammenarbeit mit einer syrischen Zelle von Al Kaida in Irak ernannt.
Gegen den 37-jährigen Redouane E.H. aus Kiel hat die Bundesanwaltschaft gerade Anklage erhoben. Er soll mit Geldtransfers nach Ägypten und Syrien Terror-Aktivitäten gefördert und zusammen mit vier Komplizen eine terroristische Vereinigung im Ausland gegründet haben. Ziel war es laut Bundesanwaltschaft, im Sudan eine Front gegen die "Kreuzritter" aufzubauen und den so genannten Heiligen Krieg in die Tat umzusetzen. Dem Marokkaner M. wird zur Last gelegt, im Juni und Juli 2006 die Gründung der Terrorgruppe mit der Zusage finanzieller Mittel unterstützt haben.
Am 4. April 2007 wurde in diesem Zusammenhang der 32 Jahre alte Marokkaner Thaer A. aus Schweden nach Deutschland ausgeliefert. Er soll zusammen mit Redouane E.H. Mitbegründer der terroristischen Vereinigung sein.
Der Verdacht gegen Abdelali M. ergibt sich nach Angaben der Ermittler aus überwachten Chatgesprächen, die im Rahmen einer Telekommunikationsüberwachung von Redouane E. H. aufgezeichnet wurden.
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