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Festnahme am Stuttgarter Flughafen: Mutmaßliches Al-Qaida-Mitglied geschnappt

zuletzt aktualisiert: 07.02.2009 - 17:46

Karlsruhe (RPO). Fahndungserfolg im Kampf gegen den Terrorismus: Ein mutmaßliches deutsches Al-Qaida-Mitglied ist bei der Einreise in die Bundesrepublik am Flughafen Stuttgart festgenommen worden. Wie die Bundesanwaltschaft am Samstag in Karlsruhe mitteilte, handelt es sich um den 30 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen Sermet I. Allerdings wurde am Samstag aber auch eine neue gegen Deutschland gerichtete Terrorbotschaft der Taliban im Internet bekannt.

Dem in Stuttgart gefassten Terrorverdächtigen wird vorgeworfen, Bargeld und militärische Gegenstände für das Terrornetzwerk beschafft zu haben. Ihm werden Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und in drei Fällen Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz zur Last gelegt.

Spätestens Mitte des Jahres 2004 soll er nach den Ermittlungen mit dem inzwischen in Koblenz vor Gericht stehenden Deutschen pakistanischer Herkunft Aleem N. übereingekommen zu sein, sich an den Aktivitäten der Al Qaida zu beteiligen. Im Rahmen der Übereinkunft soll der Beschuldigte im Sommer oder Herbst des Jahres 2006 fünf Entfernungsmesser, ein Nachtsichtgerät und ein Bündel Geld und bei zwei weiteren Gelegenheiten in der Zeit von August 2004 bis Dezember 2006 jeweils fünf Entfernungsmesser an Aleem N. übergeben haben, der die Gegenstände jeweils bei einer seiner Reisen in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet an Verantwortliche der Al Qaida übergab.

Sermet I. wurde laut Bundesanwaltschaft bereits am Freitag aufgrund eines am 22. Januar erlassenen Haftbefehls festgenommen. Der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof ordnete am Samstag Untersuchungshaft an. Mit den weiteren Ermittlungen ist das baden-württembergischen Landeskriminalamts betraut.

Verbindung zu Schlüsselfigur

Der Deutsch-Pakistaner Aleem N. ist eine der Schlüsselfiguren der Al Kaida in Deutschland. Er wurde im Februar 2008 festgenommen und muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht Koblenz wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, nämlich Al Qaida, verantworten. Aleem N. hat nach den Ermittlungen dem Bonner Islamisten Bekkay Harrach, der vor wenigen Wochen in einem gegen Deutschland gerichteten Terror-Video auftauchte, ein Empfehlungsschreiben für die Ausbildung in einem Terrorlager gegeben.

Bei der jetzt aufgetauchten erneuten Drohung gegen Deutschland handelt es sich im wesentlichen um ein Taliban-Bekennerschreiben für den Anschlag vor der deutschen Vertretung in Kabul vom 17. Januar, wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Samstag der Nachrichtenagentur AP sagte. "Der Brief ist uns bekannt. Er wird von unseren Experten ausgewertet", erklärte BKA-Sprecher Christian Brockert. "Er kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Taliban. Allerdings ist der namentlich genannte Autor bisher nicht bekannt."

Deutschland im Visier

Das in arabischer Sprache verfasste Schreiben reiht sich laut BKA ein in frühere Botschaften, die sich zum Teil direkt gegen Deutschland wenden. "Es untermauert die bisherige Einschätzung der Sicherheitsbehörden, dass Deutschland und deutsche Interessen im Ausland im Zielspektrum von Taliban und Al Qaida sind", erklärte Brockert. Der Brief wurde laut BKA Anfang der Woche auf der Internet-Seite "Thabaat" und dort wiederum im Internet-Magazin "Al Sommood" veröffentlicht.

Der Brief wendet sich nach einem "Focus"-Vorabbericht "an das deutsche Volk und an seine mit Amerika verbündete Regierung". Der Kabuler Selbstmordanschlag sei eine "Strafe und Warnung" für die Deutschen gewesen, heißt es dem Blatt zufolge darin. Die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel sei "schuldig am Tod von Frauen, Jugendlichen und Kindern".

Quelle: DDP

 
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