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Nach Eklat um "Nazi-Glocke"
Herxheimer Bürgermeister Roland Becker tritt zurück

Nach Eklat um "Nazi-Glocke": Herxheimer Bürgermeister Roland Becker tritt zurück
An dieser Glocke entzündete sich der Streit. FOTO: dpa, ua fie soe rho
Herxheim am Berg. Roland becker zieht Konsequenzen: Nach scharfer Kritik an seinen Äußerungen zur NS-Zeit tritt der Bürgermeister der rheinland-pfälzischen Gemeinde Herxheim am Berg zurück.

Ein Interview Beckers im ARD-Magazin "Kontraste" zu einer umstrittenen "Hitler-Glocke" mit Nazi-Inschrift in dem Ort gab den Ausschlag dazu, wie es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung Beckers (Freie Wähler) heißt. Falls er durch die verkürzte Wiedergabe des Interviews und die aus dem Kontext gerissenen Sätze den Eindruck erweckt habe, dass er die NS-Zeit verherrliche, so wolle er sich davon "aufs Äußerste distanzieren".

So stamme die Aussage, dass damals nicht alles schlecht gewesen sei, nicht von ihm, er habe nur wiedergegeben, was eine 95-jährige Frau ihm gesagt habe. Der Magazin-Bericht hatte sich um eine Glocke mit Hakenkreuz-Relief und der Aufschrift "Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler" gedreht. Sie hängt seit 1934 im Turm der protestantischen Kirche in Herxheim, gehört aber der politischen Gemeinde.

Auf Initiative der Kirchengemeinde hat die Ortsgemeinde kürzlich bei einer Glockensachverständigen ein Gutachten zur Zukunft der Glocke in Auftrag gegeben, das alle gesetzlichen und denkmalschützerischen Anforderungen berücksichtigt. Auf dessen Grundlage will der Gemeinderat gemeinsam mit der Kirchengemeinde auch beraten, ob eine Infotafel zur Glocke angebracht wird.

(felt/dpa)
 
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