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Eltern geben jährlich 1,5 Milliarden aus: Nachhilfe für jeden siebten Grundschüler

zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 21:28

Düsseldorf (RP). Immer mehr Kinder und Jugendliche erhalten Nach- hilfe. Das beginnt schon in der Grundschule. Die Eltern geben dafür jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro aus.

Immer mehr Schüler erhalten private Nachhilfe. Foto: AP, AP

Bundesweit wird etwa 1,1 von knapp zehn Millionen Schülern regelmäßig Nachhilfe-Unterricht erteilt. Bei den Grundschülern erhält sogar jeder Siebte (14,8 Prozent) Extra-Stunden zur Vermittlung des Schulstoffs. Zu dieser Einschätzung kommt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung, die von den Bildungsforschern Klaus Klemm und Annemarie Klemm erarbeitet wurde.

Demnach ist Nachhilfe längst keine Ausnahme mehr, um Leistungsschwächen in der Schule auszugleichen, sondern hat sich „zu einem etablierten, privat finanzierten Unterstützungssystem neben dem öffentlichen Schulsystem entwickelt”. Der Studie zufolge, die allerdings auf Zahlen der Jahre 2003 und 2006 zurückgreift, gibt es große regionale Unterschiede. Beispiel Mathematik: In Baden-Württemberg und Hamburg bekamen über 24 Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler Nachhilfe. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt waren es lediglich 14,5 und 14,6 Prozent. NRW lag mit 18,7 Prozent noch unter dem Ländermittelwert von 19,1 Prozent.

In Baden-Württemberg bekamen auch die meisten Grundschüler der vierten Klasse Nachhilfe in Deutsch (18,5 Prozent. Der Ländermittelwert betrug 14,8 Prozent. NRW rangierte bei 12,5. Zwischen Rhein und Weser habe die Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre („Turbo-Abitur”) den Druck enorm erhöht, beklagt Ilse Führer-Lehner, Bildungsreferentin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

„Man darf den Stoff von neun Jahren nicht in acht pressen”, fordert auch Gabriela Custodis, Vorsitzende der Landeselternschaft Gymnasien. Um ihren Kindern den Weg zum Gymnasium zu ermöglichen, bezahlten immer mehr Eltern Nachhilfestunden schon für Acht- und Neunjährige. Das bestätigt auch Martin Depenbrock von der Landeselterschaft Grundschule.

Der Erziehungswissenschaftler Volker Ladenthin (Bonn) hält die Entwicklung für bedenklich. Das Lernen werde „unkontrollierbar privatisiert”. Die Gefahr von Missbrauch und Wildwuchs sei extrem hoch, da zum Teil mit „obskuren Lernmodellen” gearbeitet werde. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) betonte, mit dem Konzept der individuellen Förderung sei NRW auf dem richtigen Weg,

Quelle: top/can

 
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