| 21.13 Uhr

Türkischer Nato-Stützpunkt Incirlik
Bundeswehr denkt über Verlegung der Tornados nach

Nato-Stützpunkt Incirlik: Bundeswehr denkt über Verlegung der Tornados nach
Eine Maschine auf dem Nato-Stützpunkt Incirlik. FOTO: dpa, gfh jai cul
Berlin. Die Bundeswehr prüft einem Zeitungsbericht zufolge eine mögliche Verlegung der auf dem türkischen Nato-Stützpunkt Incirlik stationierten "Tornado"-Aufklärungsjets.

Am Samstag starte deshalb ein Erkundungsteam aus Deutschland in die jordanische Hauptstadt Amman. Konkrete Pläne für eine Verlegung gebe es aber noch nicht, zitierte die "Bild"-Zeitung einen Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die Erkundung diene dazu, Alternativen für den Notfall zu entwickeln.

"Ob ein Abzug von Bundeswehrkräften aus Incirlik notwendig werden sollte, ist derzeit noch nicht absehbar", sagte der Sprecher. Falls doch, wäre eine Verlegung aber "in jedem Fall mit einer mehrere Wochen dauernden Pause der "Tornado"-Einsatzflüge verbunden". Nach Informationen der Zeitung sollen als Ausweichstandorte auch Kuwait und Zypern im Gespräch sein.

Merkel: Incirlik steht nicht zur Debatte

Am Abend machte Bundeskanzlerin Angela Merkel klar, dass der Bundeswehr-Einsatz auf dem Luftwaffenstützpunkt nicht gefährdet ist. "Im Augenblick läuft in Incirlik alles richtig und gut", sagte Merkel am Freitag auf einer CDU-Regionalveranstaltung in Neumünster. "Ich will ausdrücklich hier noch einmal sagen: Incirlik steht nicht zur Debatte", sagte die Kanzlerin.

Der Bundestag hatte am 10. November eine Verlängerung und Ausweitung des deutschen Anti-IS-Einsatzes beschlossen. Demnach sollen neben den "Tornado"-Aufklärungsjets, einem Tankflugzeug und einem Kriegsschiff künftig auch deutsche Soldaten in "Awacs"-Aufklärungsmaschinen die Luftangriffe gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak unterstützen. Wie bisher dürfen maximal 1200 Bundeswehr-Soldaten zum Einsatz kommen.

Wegen des Unmuts vor allem unter SPD-Abgeordneten über das Vorgehen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen die Opposition im Land hatte die Bundesregierung im Verteidigungsausschuss eine Erklärung zu Protokoll gegeben, wonach auch Alternativstandorte zu Incirlik geprüft würden.

Die Tornado-Aufklärungsflugzeuge sind am Kampf der internationalen Koalition gegen die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) in Syrien und Irak beteiligt. Gegen den Standort Incirlik gibt es wegen des zunehmend schwierigen Verhältnisses zur Türkei Bedenken. So hatte die Regierung in Ankara im Sommer monatelang Bundestagsabgeordneten Besuche der deutschen Soldaten verweigert. Überdies werden immer wieder Vorwürfe laut, die Aufklärungsdaten würden von türkischer Seite auch für den Militäraktionen gegen syrische Kurden genutzt - die ihrerseits mit Unterstützung der USA den IS bekämpfen.

(felt/dpa/AFP)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Nato-Stützpunkt Incirlik: Bundeswehr denkt über Verlegung der Tornados nach


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.