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panorama terrorcamp terroristen ausbildung AP
  Foto: INDIA SECURITY AGENCY, AP
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Magazinbericht: Neue islamistische Terrorzelle in Hamburg

zuletzt aktualisiert: 05.10.2009 - 14:15

Frankfurt/Main (RPO). Acht Jahre nach den auch in Hamburg geplanten Terroranschlägen vom 11. September 2001 hat sich in der Hansestadt womöglich erneut eine islamistische Terrorzelle gebildet.

Die Sicherheitsbehörden haben nach einem Bericht der ARD-Sendung "Report Mainz" eine insgesamt zehnköpfige Gruppe von gewaltbereiten Islamisten im Visier, deren Mitglieder im März in einer konspirativen Aktion zur Terrorausbildung an den Hindukusch gereist sein sollen. Zwei der Islamisten seien inzwischen zurückgekehrt.

Die Hamburger Innenbehörde wollte sich auf AP-Anfrage zu dem Inhalt des Berichts nicht konkret äußern, sondern erklärte lediglich, dass es Maßnahmen gebe, "über die wir aber nicht in aller Öffentlichkeit reden, um die Wirksamkeit unserer Maßnahmen nicht zu gefährden".

Insgesamt rund 180 Islamisten aus Deutschland haben nach Informationen des Bundeskriminalamtes inzwischen eine paramilitärische Ausbildung in einem Terrorcamp am Hindukusch absolviert oder planen eine solche Ausbildung. Knapp die Hälfte dieser "Personen mit Deutschlandbezug", nämlich rund 80, sind nach diesen Informationen wieder zurück in der Bundesrepublik, wie ein BKA-Sprecher der Nachrichtenagentur AP sagte. Ob und wenn ja wie diese Personen von der Polizei überwacht werden, wollte der Sprecher nicht sagen.

Zu dem Hamburger Fall beruft sich "Report Mainz" auf einen internen Bericht des Hamburger Verfassungsschutzes und des Landeskriminalamtes. Darin heiße es: "Die einzelnen Gruppenmitglieder verfügen (...) über eine jihadistische Grundeinstellung und sind der gewaltbereiten jihadistischen Szene in Hamburg zuzurechnen."

"Hohes Gefahrenpotenzial"

Von ihnen gehe ein hohes Gefahrenpotenzial aus, sollten sie nach absolvierter Ausbildung wieder zurückkehren: "Je nach individuellem Radikalisierungsgrad ist davon auszugehen, dass diese Personen grundsätzlich bereit sind, im In- oder Ausland (Selbstmord-)Anschläge zu begehen", zitierte das Magazin aus dem Bericht.

Als Anführer der Gruppe gelte der polizeibekannte Deutsche syrischer Abstammung Rami M. aus Frankfurt/Main. Er werde als sogenannter Gefährder eingestuft. Um ihn sollen sich neun weitere Islamisten unterschiedlicher Herkunft zusammengefunden haben, darunter auch zwei deutsche Konvertiten.

Die Gruppe soll sich regelmäßig in der Hamburger Taiba-Moschee getroffen haben, die früher "Al Quds" geheißen habe und Treffpunkt für einige der Attentäter des 11. September 2001 gewesen sei.

Die Reisebewegungen stehen dem Magazin zufolge in Zusammenhang mit einer immer größer werdenden Zahl junger Islamisten aus Deutschland, die mutmaßlich Ausbildungscamps von Al Kaida oder der Islamischen Dschihad-Union absolvieren. Das BKA rechnet laut "Report Mainz" "mit weiteren Reise- und Absatzbewegungen von Angehörigen des islamistisch-terroristischen Milieus".

"Reisebewegungen Teil der Gesamtgefährdungseinschätzung

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dem Magazin zu verstärkten Sicherheitsvorkehrungen auf dem Münchner Oktoberfest und verstärkten Reisebewegungen von Islamisten: "Diese Gefahr ist ganz real. Wir wissen, dass immer wieder Leute an solchen Ausbildungslagern teilnehmen. Diese Reiseaktivitäten sind natürlich ein Teil der Gesamtgefährdungseinschätzung, die die Sicherheitsbehörden des Bundes und der Länder insgesamt vornehmen."

Islamisten hatten am Wochenende in zwei Drohbotschaften erneut zu Gewalt gegen Deutschland aufgerufen. In einem von beiden, einem Video, sind nach Presseberichten neben zwei bekannten Bonner Islamisten auch erstmals bislang unbekannte Islamisten aus Deutschland aufgetaucht.

Quelle: AP/röhn

 
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