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Rede im israelischen Parlament
Lammert spricht als fünfter Deutscher in Jerusalem

Norbert Lammert spricht als fünfter Deutscher in Jerusalem
Norbert Lammert (CDU) ist seit 2005 Präsident des Deutschen Bundestages. FOTO: dpa
Jersualem. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) wird am Mittwoch als fünfter deutscher Politiker im israelischen Parlament sprechen. Aus Anlass der Aufnahme diplomatischer Beziehungen beider Länder vor 50 Jahren wird auch Knesset-Präsident Juli Edelstein eine Rede halten.

Israels Staatschef Reuven Rivlin hat seine Teilnahme an der Sondersitzung angekündigt. Die Reden "in der Sprache der Täter" vor dem israelischen Parlamentsplenum verliefen nicht immer harmonisch.

Bundespräsident Johannes Rau (SPD) spricht am 16. Februar 2000 als erster deutscher Politiker vor der Knesset. Weil er seine Rede auf Deutsch halten darf, bleibt ein Drittel der Abgeordneten fern. Rau bittet um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust und legt den weiteren Schwerpunkt seiner Ansprache auf eine verstärkte Förderung des Jugendaustauschs zwischen beiden Ländern.

Horst Köhler (CDU), Raus Nachfolger im Schloss Bellevue, wird am 2. Februar 2005 die Ehre zuteil, vor der Knesset sprechen zu dürfen. Anlass ist der 40. Jahrestag der gegenseitigen Anerkennung Israels und Deutschlands. Köhler begann seine Rede in Hebräisch, wechselte aber alsbald ins Deutsche. Den Tränen nah sagt der Bundespräsident: "Ich verneige mich in Scham und Demut."

Angela Merkel (CDU) hält als erste ausländische Regierungschefin überhaupt am 17. März 2008 eine Rede vor dem israelischen Parlament. Erstmals erklärt sie dabei öffentlich die Sicherheit Israels zum "Teil der deutschen Staatsräson". Dass auch sie auf Deutsch spricht, veranlasste nur noch eine Handvoll Parlamentarier, dem Plenarsaal fernzubleiben.

Martin Schulz (SPD) wird als Präsident des Europäischen Parlaments eingeladen, am 12. Februar 2014 vor der Knesset zu sprechen. Nach der Hälfte seiner Rede kommt es zum Eklat, als sich Schulz zum unterschiedlichen Wasserverbrauch von Israelis und Palästinensern äußert. Nationalreligiöse Abgeordnete verlassen unter lauten Protesten den Saal.

Wirtschaftsminister Naftali Bennett schimpft: "Ich dulde keine verlogene Moralpredigt in der Knesset. Und besonders nicht auf Deutsch." Die Rede Lammerts ist auf Deutsch angekündigt.

(AFP)
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