Stimmen zu den Landtagswahlen: NPD beklagt "Medienhetze" - PDS verteilt "Ohrfeigen"
zuletzt aktualisiert: 19.09.2004 - 19:13Dresden (rpo). Die kleineren Parteien haben die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg größtenteils freudidg begrüßt. Grund zum Jubel hatten insbesondere die radikalen Parteien und die Liberalen.
NPD-Spitzenkandidat in Sachsen, Holger Apfel, wertet das Abschneiden seiner Partei als großen Erfolg. Erstmals seit 1968 werde die NPD wieder in ein Landesparlament einziehen, sagte Apfel am Sonntagabend in der ARD. Den Gegner der rechtsextremen NPD warf er vor, in den vergangenen Wochen eine "unglaubliche Medienhetze" gestartet zu haben. Dennoch werde "nationale Politik wieder auf der Agenda" stehen.
Die brandenburgische PDS-Spitzenkandidatin Dagmar Enkelmann hat die große Koalition im Potsdamer Landtag für abgewählt erklärt. Die PDS habe es geschafft, sagte Enkelmann am Sonntagabend in Potsdam. Die große Koalition in Brandenburg habe "eine deftige Ohrfeige" der Bürger und Bürgerinnen bekommen. Grund für die Verluste der Koalitionsparteien sei nicht nur die Bundespolitik, sondern zu einem großen Teil auch die Landespolitik gewesen.
Der DVU-Landesvorsitzende Sigmar-Peter Schuldt wies den Vorwurf zurück, seine Partei habe Wahlkampf mit Krawall betrieben. Er sagte im ZDF: "Krawall haben die Medien gemacht, nicht wir." Schuldt betonte, dass die Wahlbeteiligung noch gestiegen sei und die DVU trotzdem mehr Stimmen bekommen habe. Die Partei wolle "Politik für die Bürger und Bürgerinnen in Brandenburg" machen.
Sachsens FDP-Spitzenkandidat Holger Zastrow ist mit dem Wahlausgang hoch zufrieden. Der Einzug der FDP in den Landtag sei ein "sensationeller Erfolg", sagte Zastrow am Sonntag in der ARD. Man müsse berücksichtigen, dass alle FDP-Politiker in Sachsen ehrenamtlich arbeiteten und keine Berufspolitiker seien. Über die Zahl der Minister in einer künftigen schwarz-gelben Landesregierung wollte Zastrow noch keine Angaben machen. Er stellte allerdings klar: "Es muss schon ordentlich sein".
Sachsens PDS-Spitzenkandidat Peter Porsch sieht auch nach der Landtagswahl angesichts der Stasi-Vorwürfe gegen ihn keinen Grund für einen Rücktritt. Dafür gebe es momentan keinen Anlass, sagte er am Sonntagabend in Dresden. Die PDS habe einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, die absolute Mehrheit der CDU in Sachsen zu brechen. Ihre Oppositionsarbeit habe sich bewährt. "Wir sind mit Abstand zweitstärkste Fraktion geworden", sagte Porsch.
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