| 19.31 Uhr

Medienbericht
NSA spähte weite Teile der Bundesregierung aus

Wer hört wen ab - und was man dagegen tun kann
Wer hört wen ab - und was man dagegen tun kann FOTO: dpa, Jens Büttner
Berlin. Der US-Geheimdienst NSA hat nach Informationen von Wikileaks nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch weite Teile der Bundesregierung ausgespäht. Dies geht aus Dokumenten hervor, die die Enthüllungsplattform am Mittwochabend veröffentlichte.

Das berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in Zusammenarbeit mit NDR und WDR. Offenbar sei an einigen Abhöraktionen auch ein britischer Geheimdienst beteiligt gewesen. Aus den Unterlagen geht dem Vorabbericht der Zeitung zufolge hervor, dass sowohl der Berliner Telefonanschluss des Bundeswirtschaftsministers als auch seine Fax-Nummer auf der NSA-Überwachungsliste stehen.

Der Liste zufolge gehörten zu den Spionagezielen der National Security Agency (NSA) offenbar bereits seit den 90er Jahren nicht nur das Wirtschafts-, sondern auch das Finanz- sowie das Landwirtschaftsministerium. Demnach interessierte sich die NSA vor allem für die deutsche Währungs- und Handelspolitik. Das ergebe sich aus der Analyse einer 69 Nummern umfassenden Liste mit Suchbegiffen.

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Bei den Wikileaks vorliegenden Selektoren handele es sich offenbar sowohl um in der Vergangenheit überwachte Anschlüsse als auch um aktuelle Anschlüsse. Ein Sprecher der Bundesregierung erklärte der Zeitung, ohne nähere Kenntnis des zugrundeliegenden Sachverhalts sei der Bundesregierung eine Bewertung derzeit nicht möglich.

 

(REU)
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