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NSU-Prozess
Gericht lehnt Zschäpe-Gutachter ab

NSU-Prozess: Gericht lehnt Zschäpe-Sachverständigen ab
Der Freiburger Psychiater Joachim Bauer sitzt im Gerichtssaal in München im NSU-Prozess an seinem Platz. FOTO: dpa, kne sab bl sja
München. Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München ist der Psychiater Joachim Bauer als Gutachter abgelehnt worden. Der Senat folgte am Dienstag einem Antrag mehrerer Nebenkläger.

Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl sagte, Bauer habe den "Eindruck der Parteilichkeit nicht beseitigen" können.

Der Freiburger Psychiater bewerte das Verfahren als eine "Hexenverbrennung", vor der er die Hauptangeklagte Beate Zschäpe in Schutz nehmen wolle. Bauer mache damit deutlich, dass nach seiner Ansicht "ein massiver Schuldspruch bereits feststeht".

Bauer hatte Zschäpe mehrmals in der Untersuchungshaft in der Münchner Vollzugsanstalt Stadelheim besucht. Im Auftrag ihrer beiden Wahlverteidiger Mathias Grasel und Hermann Borchert hatte er als Zeuge über diese Gespräche berichtet und als Sachverständiger befunden, Zschäpe sei wegen einer krankhaften Persönlichkeitsstörung nur eingeschränkt schuldfähig.

Bauer hatte danach in einer E-Mail an den Online-Chef der Zeitung "Die Welt" einen "exklusiven Beitrag" angeboten. In der Mail sprach er von "Hexenverbrennung" und davon, dass seine Begutachtung Zschäpes "einigen nicht passe".

Zschäpe lebte fast 14 Jahre mit den Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. Die beiden Männer sollen während dieser Zeit zehn Menschen ermordet haben, neun aus rassistischen Motiven. Zschäpe ist als drittes und einzig überlebendes Mitglied des "Nationalsozialistischen Untergrunds" wegen Mittäterschaft an allen Verbrechen angeklagt. 

(csr/dpa)
 
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