Bayerische Zustände: OB-Wahl: Triumph für Dirk Elbers
VON DENISA RICHTERS - zuletzt aktualisiert: 31.08.2008 - 21:46Düsseldorf (RP). Im Rheingoldsaal in der Rheinterrasse dampft es wie in einer Sauna. Die CDU kommt gehörig ins Schwitzen. Dabei ist es nur die Auszählung der ersten zwei Stimmbezirke, die die rot-grüne OB-Kandidatin Karin Kortmann, vorne sieht. „Dann hat sie wenigstens kurze Zeit Freude”, sagt IHK-Vize-Präsidentin Renate Kölbel, die mit ihrem Mann, Flughafen-Chef Christoph Blume, in der ersten Reihe die Auszählung verfolgt. Wenige Minuten später, 20 von 429 Stimmbezirken sind ausgezählt, hat Elbers die Nase vorn.
Je mehr Stimmbezirke ausgezählt sind, desto weiter steigen Temperatur und Stimmung. „Heute wird‘s bayerisch”, frohlockt Düsseldorfs CDU-Chef Klaus-Heiner Lehne und prophezeit 55 plus so wie es die CSU im Freistaat bisher gewöhnt war. Planungsdezernent Gregor Bonin, Stadtdirektor Helmut Rattenhuber, Messe-Chef Werner M. Dornscheidt, IDR-Chef Heinrich Pröpper, Landtags- und Bundestagsabgeordnete, Ratsleute und Jungen Union, Noch-Staatsministerin Hildegard Müller alle sind gekommen, um mit Elbers den Sieg zu feiern. Dass um kurz vor halb sieben die Übertragung der Auszählung ausfällt, stört niemanden mehr. Zu klar ist der Abstand.
„Ein Erfolg für Düsseldorf”
Elbers kommt, begleitet von seiner Frau Astrid, seinem Bruder Jürgen und dessen Tochter Anna-Lena kämpft er sich langsam durch die jubelnde, klatschende, schwitzende Menschenmasse. Verteilt Wangenküsschen, schüttelt Hände, lässt sich anfassen und umarmen. Mittendrin Markus und Angela Erwin, die Kinder des verstorbenen OB Joachim Erwin. „Es ist ein Erfolg für Düsseldorf”, sagt Markus Erwin. Seine Mutter Hille ist ein wenig wehmütig: „Das ist nicht einfach für mich”, sagt sie. „Eigentlich müsste mein Mann hier stehen.”
Um kurz vor 19 Uhr steht das Ergebnis fest: 59,7 Prozent der abgegeben Stimmen gehen an Elbers, wenn auch bei geringer Wahlbeteiligung nur 38,5 Prozent der 461\x0e599 Wahlberechtigten sind an die Urnen gegangen. Der CDU verdirbt es an diesem Abend nicht die Laune. „Darf ich Ihnen vorstellen? Der neue OB Düsseldorfs: Dirk Elbers!”, ruft Lehne in die Menge. Der ist trotz seiner knapp zwei Meter Körperlänge in dem Knäuel aus Kameramännern und Fotografen kaum zu erkennen. Schließlich kämpft er sich doch ans Mikro: „Die Düsseldorfer haben uns heute klar gezeigt: Es ist der richtige Weg, den wir fortführen wollen. Was uns auszeichnet, ist, dass wir zusammenstehen.” Sein Bruder sei ruhiger gewesen als er selbst, verrät Jürgen Elbers, der eigens aus Bremen angereist ist. Seine Tochter, Anna-Lena (14), braucht nur ein Wort, um zu beschreiben, es ist, einen OB zum Onkel zu haben: „Cool.”
Und auch Karin Kortmann kommt mit ihrem Mann Hans Hobelsberger aus dem Nachbarsaal, um zu gratulieren, umarmt Elbers mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute. Im Ernst!” Und man glaubt es ihr. US-Generalkonsul Matt Boyse, von den Neusser Schützen mit einem Orden ausgezeichnet, schiebt sich durch die Menge. Und dann kommt auch noch ein prominenter Gast aus der „Verbotenen Stadt”: Kölns OB Fritz Schramma bringt als Geschenk eine kleine Eule. „Die Eule der Weisheit. Die braucht man, um das Amt so zu führen wie Jochen Erwin”, erklärt Schramma. Ob er 2009 in Köln auch knapp 60 Prozent holt? „Bei uns ist das anders. Die FDP macht noch nicht so mit.”
Das Special zur Oberbürgermeister-Wahl finden Sie hier.
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