Staatsanwaltschaft Köln: Oberbürgermeister im Visier der Justiz
zuletzt aktualisiert: 25.06.2007 - 14:09Köln (RPO). Die Kölner Staatsanwaltschaft überprüft Reisen des Kölner Oberbürgermeisters Fritz Schramma (CDU) sowie von weiteren Politikern und Beamten aus der Domstadt wegen des Verdachts der Untreue. "Wir haben hier eine Vielzahl von Unterlagen, die wir prüfen", sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld am Montag auf Anfrage.
Nach einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Montag sollen mehr als hundert Kölner Politiker, hohe Verwaltungsbeamte, Vorstandsmitglieder und Arbeitnehmervertreter städtischer Gesellschaften ins Visier der Justiz geraten sein.
Nach Angaben der Zeitung gehören zu den Verdächtigen neben Schramme auch der Kölner Bürgermeister Josef Müller (CDU), SPD-Fraktionschef Martin Börschel sowie Vertreter von Grünen und FDP. Auch drei Landtagsabgeordnete und ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter zählten zu den Teilnehmern der dem Bericht zufolge überteuerten Reisen.
So soll eine Aufsichtsratsreise des städtischen Unternehmens GEW nach Italien 140.000 Euro verschlungen haben, berichtete das Blatt. Die Kosten seien dadurch in die Höhe getrieben worden, dass die Teilnehmer sich für 24.000 Euro mit dem Hubschrauber transportieren ließen, obwohl es keinen Zeitgewinn gegenüber einer Busfahrt gegeben habe. Diese hätte 650 Euro gekostet.
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