Awacs-Einsatz in Afghanistan: Offenbar bis zu 300 Bundeswehr-Soldaten benötigt
zuletzt aktualisiert: 13.06.2009 - 18:06Hamburg/Berlin (RPO). Für den Nato-Einsatz von Awacs-Aufklärungsflugzeugen in Afghanistan soll Deutschland einem Medienbericht zufolge nicht bis zu 100, sondern bis zu 300 zusätzliche Soldaten stellen. Nicht nur für den Betrieb der Flugzeuge, auch für ihren Schutz am Boden seien Soldaten nötig.
Dies berichtete das Magazin "Der Spiegel" am Samstag vorab ohne Angabe von Quellen. Das Bundesverteidigungsministerium wollte keine Stellung nehmen. Die Nato-Verteidigungsminister hatten am Freitag nach monatelangem Streit beschlossen, bis zu vier Awacs-Radarflugzeuge nach Afghanistan zu entsenden. Deutschland soll nach diesem Beschluss bis zu 40 Prozent der insgesamt 250 Einsatzkräfte stellen, also bis zu 100 Soldaten. Der Bundestag muss dem Einsatz noch zustimmen.
Laut "Spiegel" will die Bundesregierung zum zweiten Mal innerhalb einen Jahres die Truppenstärke für die Afghanistan-Mission erhöhen. Bereits Anfang Juli solle der Bundestag die Entsendung von bis zu 300 zusätzlichen Soldaten bewilligen, die für den Einsatz von Flugzeugen für das luftgestützte Warnungs- und Kontrollsystem Awacs der Nato benötigt werden. Das sind mehr als bislang angekündigt.
Erst im Oktober vergangenen Jahres hatte das Parlament die Obergrenze der deutschen Beteiligung an der ISAF-Stabilisierungstruppe um 1000 auf 4500 Mann angehoben. Damals hieß es im Wehrressort noch, die Erhöhung lasse genug Spielraum für die seinerzeit bereits in der Nato diskutierte Awacs-Mission: Zum Betrieb der Flugzeuge seien insgesamt etwa 250 Mann erforderlich, davon sollten aber nur rund 100 Soldaten von der Bundeswehr sein. Nun heißt es, es würden auch Bodentruppen benötigt, um die Radar-Flugzeuge zu beschützen.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und seine Nato-Kollegen hatten am Freitag eine Mission mit bis zu vier Awacs-Maschinen gebilligt. Sie sollen vom Heimatflugplatz Geilenkirchen bei Aachen zunächst in die Türkei verlegt werden und die Kontrolle des Luftraums am Hindukusch verbessern. Eine klare Trennung von Isaf-Mission und der umstrittenen Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom" ist dabei nicht möglich.
Der Awacs-Einsatz ist in Deutschland umstritten. Im Gegensatz zu den Tornado-Aufklärungsflugzeugen können Awacs-Maschinen auch digitale Bilder in Echtzeit übertragen und Kampfeinsätze dirigieren.
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