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Magdeburg: Offenbar dritter Stasispitzel in IHK-Zentrale enttarnt

zuletzt aktualisiert: 09.06.2007 - 10:18

Magdeburg (RPO). In der Führungsetage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg ist offenbar ein dritter Stasispitzel enttarnt worden. Nach Informationen von MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt vom Samstag handelt es sich um den zur Wochenmitte zurückgetretenen Vizepräsidenten Udo Häfke, der außerdem das Innovations- und Gründerzentrum in Magdeburg leitet.

Der Landesbeauftragte für Stasiunterlagen, Gerhard Ruden, sagte dem Sender, der inzwischen verstorbene Magdeburger Grünen-Politiker Werner Wernowsky habe schon vor Jahren bei seiner Akteneinsicht festgestellt, "dass Herr Häfke offensichtlich auch ihn bespitzelte". In der IHK habe es bereits 1990 Querelen um die Stasiverstrickungen in den Führungspositionen gegeben: "Wenn man da forschen würde, käme einiges zu Tage."

Nach Einschätzung von Ruden leiten "die Spitzel von damals" heute Unternehmen, die jahrelang großzügig mit Fördermitteln versorgt wurden: "Was mich daran ärgert, sie haben vielleicht anderen die Chance genommen, indem sie nämlich am Futternapf saßen, und den demokratischen Kräften war gar keine Chance gegeben."

Am vergangenen Montag war der 61-jährige Klaus Hieckmann nach wochenlanger Diskussion als IHK-Chef zurückgetreten. Vier Tage zuvor hatte ihm die IHK-Vollversammlung noch den Rücken gestärkt, 85 Prozent der Anwesenden sprachen ihm das Vertrauen aus.

Einer der Stellvertreter Hieckmanns, der 75-jährige Otto Ebert, hatte am Mittwoch eingeräumt, für die Stasi gearbeitet zu haben. Daraufhin traten fünf der acht IHK-Vizepräsidenten, darunter Häfke, zurück. Für den 19. Juni wurde eine außerordentliche Vollversammlung einberufen, um den neuen Präsidenten und die Vizepräsidenten zu wählen.

Quelle: afp

 
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