Edmund Stoiber wird 70 Jahre alt: "Ohne Politik hielte der Edi gar nicht aus"
VON REINHOLD MICHELS - zuletzt aktualisiert: 28.09.2011 - 17:56München (RP). Edmund Stoiber, in Bayern von 1993 bis 2007 einer der erfolgreichsten deutschen Ministerpräsidenten, wird am Mittwoch 70 Jahre alt. Unvergessen ist ein Vergleich mit seinem CSU-Vorbild Franz Josef Strauß, den dessen Tochter Monika Hohlmeier einst zog: "Wenn der Papa vierzehn Tage Urlaub gemacht hat, hat er von Politik nix wissen wollen. Das hielte der Edi gar net aus."
"Der Edi", wie der disziplinierte, in der Arbeit höchste Leidenschaft entwickelnde Jurist daheim in Wolfratshausen genannt wird, ging in keine Besprechung ohne präzise Vorbereitung. Stoiber führte Bayern wirtschaftlich, technologisch und was Null-Neuverschuldung (ab 2006) anging, in die "Champions League".
Der Bayern-München-Verwaltungsrat liebt Metaphern aus dem Fußball. Ob als Regierungschef in München, als CSU-Chef (1999–2007), ob als 2002 an 6000 Stimmen gescheiterter Kanzlerkandidat der Union: Stoiber spielte immer mit höchstem Einsatz – ein Rackerer auf dem Platz mit bayerischer Kapitänsbinde.
Nie begründeter Verzicht
Umso enttäuschender war Stoibers plötzlicher, nie schlüssig begründeter Verzicht 2005 auf ein Bundesministeramt. Von da an sank sein Stern auch in München. Die exzentrische CSU-Landrätin Gabriele Pauli wurde von Stoiber-Gegnern als Mittel zum Zweck benutzt, um den herrisch gewordenen Alten loszuwerden.
Dass die CSU mit ihm 2003 bei der Landtagswahl 60 Prozent geschafft hatte, war vergessen. Heute wird dem Mann, dessen Satz-Haspeleien Kultcharakter besitzen, viel Ehre zuteil: Die Kanzlerin kommt, EU-Kommissionschef José Manuel Barroso auch. Schließlich ist der rastlose Stoiber ehrenamtlicher Beauftragter für Bürokratieabbau in der EU.
Auch die Berliner CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt lobt den Jubilar. Hasselfeldt betonte , Stoiber habe Bayern "weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt gemacht als Land mit einer vorbildhaften Verbindung von Tradition und Fortschritt".
Sie fügte hinzu: "Bayern ist mit Edmund Stoiber modern geworden und menschlich geblieben." Zudem habe er als Parteichef die CSU "auch in der Bundespolitik entscheidend vorangebracht".
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