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Oskar Lafontaine ddp 2009
  Foto: ddp, ddp
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Operation am Donnerstag: Oskar Lafontaine leidet an Krebs

zuletzt aktualisiert: 17.11.2009 - 16:28

Berlin (RPO). Oskar Lafontaine ist schwer erkrankt. Dies teilte der Chef der Linkspartei selbst am Dienstag in Berlin mit. Am Donnerstag werde er sich einem Eingriff unterziehen. Angaben, um welche Art von Krebs es sich handelt, wurde nicht gemacht.

"Es handelt sich um eine Krebserkrankung. Nach überstandener Operation werde ich zu Beginn des neuen Jahres unter Berücksichtigung meines Gesundheitszustandes und der ärztlichen Prognosen darüber entscheiden, in welcher Form ich meine politische Arbeit weiterführe", sagte Lafontaine.

Völlig überraschend hatte Lafontaine Anfang Oktober auf der Klausurtagung der Linken-Abgeordneten im brandenburgischen Rheinsberg seinen Rückzug vom Vorsitz der Fraktion angekündigt, die er seit 2005 zusammen mit Gregor Gysi geführt hatte.

"Ich werde mich auf die Aufgabe als Parteivorsitzender konzentrieren und nicht mehr für den Fraktionsvorsitz kandidieren", erklärte er und fügte hinzu, sein Bundestagsmandat werde er behalten.

Überraschender Rückzug

Er habe die Entscheidung zur Aufgabe des Fraktionsvorsitzes im Bundestag schon vor einiger Zeit getroffen. Schließlich sei das Ziel erreicht, die Linkspartei als deutschlandweite Kraft zu etablieren, sagte Lafontaine, der seit 2007 neben Lothar Bisky Chef der Partei Die Linke ist.

Angaben, um welche Krebsart es sich handelt, machten weder Lafontaine noch seine Partei. Der Saarländer war nur wenige Wochen nach der Bundestagswahl im Oktober überraschend vom Fraktionsvorsitz seiner Partei zurückgetreten und sah sich daraufhin dem Vorwurf der Wählertäuschung ausgesetzt. Diesen wies er in der "Saarbrücker Zeitung" als "absurd" zurück.

Er sei "nach wie vor Parteivorsitzender und Bundestagsabgeordneter", sagte er. Er fühle sich "nach dem großen Vertrauensbeweis bei der Landtagswahl aber auch den Wählerinnen und Wählern im Saarland verpflichtet".

Schillernde Figur der Linkspartei

Nach seinem Rücktritt war ihm vorgeworfen worden, er spekuliere auf ein rot-rot-grünes Bündnis im Saarland. Nachdem sich die Grünen jedoch für die Jamaika-Koalition mit CDU und FDP entschieden hatten, sagte Lafontaine, ob und wie lange er sein Mandat im Saarbrücker Landtag wahrnehmen werde, werde er in aller Ruhe entscheiden.

Lafontaine gilt als eine der schillerndsten Figuren in der deutschen Politik. Bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl 1990 trat er als Kanzlerkandidat gegen Helmut Kohl an. Von 1995 bis 1999 war er SPD-Vorsitzender. Nach der Bundestagswahl 1998 wurde er Bundesfinanzminister. Im März 1999 legte er überraschend alle politischen Ämter nieder.

"Solange ich gesund bin, werde ich weiter mitmischen"

2005 wechselte Lafontaine von der SPD zur neu gegründeten Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), die 2005 ein Bündnis mit der PDS einging und sich Linkspartei.PDS nannte.

"Solange ich gesund bin, werde ich weiter mitmischen", sagte Lafontaine einmal in einem Interview. Auch für die Parteispitze stehe er zur Verfügung, "solange ich den Eindruck habe, dass die Mitglieder es wollen."

Quelle: DDP/csi

 
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