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Strukturwandel
Ost-Abwanderung so niedrig wie nie

Strukturwandel: Ost-Abwanderung so niedrig wie nie
Die große Abwanderung aus dem Osten scheint gestoppt FOTO: dpa, Jens Wolf
Berlin . Die Abwanderung aus den neuen Bundesländern in den Westen Deutschlands ist laut einem Bericht so niedrig wie nie.

So sei für das Jahr 2014 per Saldo nur noch eine Ost-West-Wanderung ohne Berlin von 3300 Menschen zu verzeichnen gewesen, zitieren die Zeitungen der Funke Mediengruppen aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Dies sei mit Abstand der geringste Wert seit der Wiedervereinigung.

"Der Osten hat sich stabilisiert, der Strukturwandel ist vollzogen", sagte IW-Forscher Wido Geis den Zeitungen. Die neuen Bundesländer hätten "wirtschaftlich aufgeholt", der starke Arbeitsplatzabbau aus den Nachwendejahren sei gestoppt. "Der Osten ist attraktiv geworden", bilanzierte Geis.

Die Wanderungsmuster haben sich dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren deutlich verändert. So hätten seit dem Jahr 2009 mehr Männer den Osten Richtung Westen verlassen, während es bis dahin mehr Frauen gewesen seien, schreiben die Funke-Zeitungen.

Trotz des deutlichen Rückgangs der Ost-West-Wanderung verlieren nach wie vor viele ländliche Kreise in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen sowie dem südlichen Brandenburg stark an Bevölkerung. Das betrifft allerdings auch einige Regionen im Westen, insbesondere im nördlichen Bayern. Die stärkste Abwanderung gab es laut Funke-Zeitungen im Jahr 2014 im Landkreis Fürth mit 4,2 Menschen je tausend Einwohner. An zweiter Stelle folgte der Elbe-Elster-Kreis in Brandenburg mit 3,7 und an dritter die Stadt Würzburg mit 3,4 Abwanderern je tausend Einwohner.

(crwo/AFP)
 
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