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Voller Terminkalender
Papst Franziskus hat für Deutschland keine Zeit

Papst Franziskus besucht Kuba und die USA
Papst Franziskus besucht Kuba und die USA FOTO: dpa, tg ks
Rom. Papst Franziskus kommt auf absehbare Zeit nicht nach Deutschland – obwohl gleich mehrere Einladungen vorliegen. Der Vatikan gibt Terminprobleme als Ursache an.

Der Vatikan habe mitgeteilt, dass der Terminplan des Papstes in diesem Jahr keinen Deutschlandbesuch zulasse, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe vor Journalisten. Auch 2017 werde Franziskus nicht nach Deutschland kommen. Die Bischofskonferenz wolle weitere Anfragen beim Papst vorerst "ruhen" lassen.

Tillich rechnete noch mit einem Besuch

In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Spekulationen über eine bevorstehende Deutschlandreise von Franziskus gegeben. Er war dazu von der Bundesregierung ebenso wie von der Bischofskonferenz eingeladen worden; im November hatte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) nach einer Privataudienz bei Franziskus die Wahrscheinlichkeit eines Besuchs als relativ hoch bezeichnet.

Es gab auch Spekulationen, der Papst könnte zum 500. Jahrestag der Reformation 2017 nach Deutschland kommen. Zuletzt war 2011 mit dem Franziskus-Vorgänger Papst Benedikt XVI. ein katholisches Kirchenoberhaupt in Deutschland.

Der Papst wird wegen des Reformationsjubiläums allerdings zum Auftakt des Jubiläumsjahres Ende Oktober nach Lund in Schweden reisen. Marx begrüßte es, dass Franziskus zu dieser Veranstaltung des lutherischen Weltbundes reist. Er habe immer gesagt, Luther sei "nicht nur ein deutscher Fall". "Der lutherische Weltbund ist eine Weltvereinigung."

"Eine gewisse Niederlage"

Die katholischen Bischöfe befassten sich auf ihrer viertägigen Vollversammlung ebenfalls intensiv mit dem Reformationsjubiläum. Marx sagte, es habe in all den Jahren noch keine so enge ökumenische Zusammenarbeit gegeben wie beim bevorstehenden Jubiläum.

Der Münchner Erzbischof forderte ein weiteres Mal ein entschiedeneres Vorgehen zur Lösung der Flüchtlingskrise. "Das jeden Tag Menschen im Mittelmeer ertrinken, das ist doch unerträglich." Die Bischöfe hatten sich ebenfalls intensiv mit der Flüchtlingspolitik auseinander gesetzt. Marx sprach sich trotz immer wieder auftretender Konflikte zwischen christlichen und muslimischen Flüchtlingen dagegen aus, christliche Flüchtlinge getrennt unterzubringen. Dies wäre "eine gewisse Niederlage".

(AFP)
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