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Wahl der Parteispitze
Simone Peter will nicht wieder für Grünen-Vorsitz kandidieren

Parteitag 2018 der Grünen: Simone Peter will nicht wieder für Parteivorsitz kandidieren
Simone Peter (Archiv). FOTO: dpa, sis fpt
Berlin. Die Grünen werden eine neue Doppelspitze bekommen: Nach Cem Özdemir hat auch Simone Peter angekündigt, dass sie sich nicht wieder um den Parteivorsitz bewerben will. Hintergrund soll die Kandidatur von Anja Piel aus Niedersachsen sein.

Sie wolle sich der Erneuerung der Parteispitze nicht verschließen, schrieb die 52-jährige Simone Peter in einem Brief an die Grünen, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mit der Kandidatur der niedersächsischen Grünen-Politikerin Anja Piel sei "weiter Bewegung" in die Kandidatenfrage gekommen, "die mich wiederum bewogen hat, den Platz frei zu machen". Peter ist seit 2013 Grünen-Vorsitzende. Im Oktober hatte sie noch angekündigt, sich beim Parteitag Ende Januar erneut zur Wahl zu stellen.

Neben der niedersächsischen Landtags-Fraktionschefin Piel (52) kandidieren der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (48) und die Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock (37) für die Doppelspitze. Sie werden beide zum realopolischen Flügel der Partei gezählt, Piel und Peter zum linken Flügel. Traditionell besetzen die Grünen ihre Chefposten mit Vertretern beider Flügel, zudem muss mindestens eine Frau der Partei vorsitzen. Peter gilt auch im linken Flügel als umstritten.

Hofreiter begrüßt Piels Kandidatur

Die Ökopartei wählt am 26. und 27. Januar bei einem Bundesparteitag in Hannover eine neue Führung. Der bisherige Vorsitzende Cem Özdemir verzichtet nach mehr als neun Jahren an der Grünen-Spitze ebenfalls auf eine erneute Kandidatur. Er wollte ursprünglich Fraktionschef im Bundestag werden. Dies hat er jedoch aufgegeben, weil es nach seinen Angaben dafür keine Mehrheit in der Fraktion gibt.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter begrüßte die Kandidatur der niedersächsischen Fraktionschefin Anja Piel für den Parteivorsitz. "Ich freue mich über die Kandidatur von Anja. Denn sie steht für ein klares Profil der Grünen als Partei der Gerechtigkeit", sagte Hofreiter unserer Redaktion. "Und gerade wenn wir als Grüne wachsen wollen, müssen wir verschiedene Milieus ansprechen und uns breit aufstellen. Ich freue mich, dass es auf der Bundesdelegiertenkonferenz nun eine spannende Auswahl gibt."

Zum Verzicht der bisherigen Grünen-Vorsitzenden Simone Peter auf eine erneute Kandidatur sagte Hofreiter: "Ich habe großen Respekt vor Simones Entscheidung. Sie hat in den vergangenen vier Jahren viel für unsere Partei und für ein klares grünes Profil geleistet." Hofreiter wird dem linken Parteiflügel zugerechnet. 

(mar/wer/dpa)
 
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