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130 Euro für amtliches Dokument: Pass: Biometrische Daten rein, Preis rauf

zuletzt aktualisiert: 13.01.2005 - 11:45

Düsseldorf (rpo). Wenn einer eine Reise tut, dann muss er viel bezahlen. Künftig schon allein für die notwendigen Papiere, denn allein der Reisepass soll bis zu 130 Euro kosten. Die USA und der EU-Ministerrat machen währenddessen Druck: Biometrische Daten sollen in jeden Standard-Pass aufgenommen werden. Gleichzeitig soll ein ständiger US-Vertreter bei der Europäischen Union die Terrorbekämpfung zentralisieren.  

Wie laut "Handelsblatt" aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervorgeht, müssen die Bürger die Kosten für neue Reisepässe mit biometrischen Daten in vollem Umfang selbst tragen.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Silke Stokar geht davon aus, das sich die Gebühr auf rund 130 Euro belaufen wird. "Der Pass ist dann teurer als der im Internet gebuchte Billigflug", sagte Stokar dem Blatt.

Das Bundesinnenministerium hülle sich bislang in Schweigen, wenn es um die Kosten biometrischer Ausweisdokumente gehe, schreibt die Zeitung. Bislang kostet ein Reisepass in Deutschland 26 Euro, wer unter 26 Jahre alt ist, zahlt 13 Euro.

Biometrische Daten im Pass

Die USA wollen einen gemeinsamen internationalen Standard für biometrische Daten in Pässen und Visa schaffen. Diese Daten, wie etwa digitalisierte Gesichtsbilder und Fingerabdrücke, seien ein "hervorragendes technologisches Werkzeug", um terroristische Angriffe abzuwehren, sagte US-Heimatschutzminister Tom Ridge am Donnerstag in Brüssel. Auch der massenhaften Fälschung von Pässen könne damit begegnet werden.

"Wir brauchen einen weltweiten Standard", forderte Ridge. EU-Bürger können ab Ende Oktober nur noch dann ohne Visum in die USA einreisen, wenn sie einen Pass mit biometrischen Daten vorlegen können. Nach einem Beschluss des EU-Ministerrats sollen digitale Gesichtsbilder und Fingerabdrücke verbindliche Merkmale in allen europäischen Pässen werden. Die digitalen Fotografien seien allerdings "nicht besonders hilfreich", sagte Ridge. Experten bevorzugten Fingerabdrücke und eine computergestützte Aufnahme der Augeniris.

Ridge, der sein Amt in Kürze an seinen Nachfolger Michael Chertoff abgibt, wollte am Donnerstag mit der holländischen Regierung über ein Pilotprojekt für die Erfassung biometrischer Daten am Amsterdamer Flughafen Schipol beraten.

Zusammenarbeit zwischen Kontinenten

Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus will das US-Heimatschutzministerium einen ständigen Vertreter bei der Europäischen Union ansiedeln. Dies kündigte Ressortchef Tom Ridge am Donnerstag bei einem Besuch in Brüssel an. Ein ranghoher Mitarbeiter des Ministeriums werde den Posten am 1. April antreten, sagte Ridge. Der Beamte solle als permanente Verbindung zwischen Washington und der EU fungieren.  

Quelle: afp

 
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