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Doppelmoral in der Partei?: Pauli: CSU-Politiker sollen Affären offenlegen

zuletzt aktualisiert: 01.06.2007 - 19:13

München (RPO). Landrätin Gabriele Pauli hat sich in das Affären-Hickhack der CSU eingeschaltet. Nach den angeblichen Andeutungen von Horst Seehofer, mit Informationen zum Privatleben von CSU-Politikern für weiteren Wirbel zu sorgen fordert Pauli, alle Affären offen aufzudecken. In der CSU herrsche eine Doppelmoral.

Zeitgleich verlangten die bayerischen Grünen am Freitag den Rücktritt des CSU-Politikers. Seehofer hatte am Vortag Berichte über angebliche Enthüllungs-Drohungen scharf zurückgewiesen.

Pauli forderte dagegen Seehofer in einem Interview für die Online-Ausgabe der Illustrierten "Bunte" auf, die ihm angeblich zugegangenen Informationen über andere CSU-Politiker zu veröffentlichen: "Es sollte jetzt alles geklärt und reiner Tisch gemacht werden", betonte sie: "Denn wir haben in der CSU eine Doppelmoral."

Die Landrätin forderte, "den Schleier zu heben, der über viele Vorgänge gebreitet ist". Die Herren in der CSU sollten ihre politischen Aussagen an ihre gelebte Welt anpassen, ansonsten seien sie unglaubwürdig, fügte sie hinzu: "Wir brauchen keine Schauspieler, die nach außen ein Scheinleben führen, aber in Wirklichkeit anders denken." Jeder, der versucht habe, etwas zu kaschieren, müsse nun Enthüllungen befürchten. "Ich wünsche mir für die Partei einen heilsamen, reinigenden Prozess, aus dem sie gestärkter und ehrlicher hervorgeht", sagte Pauli.

Die bayerischen Grünen sprachen unterdessen von einem "absoluten Sittenverfall bei der CSU". Landtags-Fraktionschefin Margarete Bause forderte Seehofers Rücktritt. Dessen jüngste Aussagen seien der bisherige Tiefpunkt in einer Schlammschlacht um den CSU-Parteivorsitz, die inzwischen die ganze bayerische Landespolitik lähme. "Gerade die CSU, die sich immer als Partei der Werte geriert, beweist ständig aufs Neue, dass ihr im Machtkampf jedes schmutzige Mittel recht ist", kritisierte die Grünen-Politikerin.

Seehofer hatte zuvor dem "Stern" erzählt, dass er einige Briefe von ehemaligen Geliebten von CSU-Politikern erhalten habe. Das Magazin zitierte den Minister mit den Worten: "Ich bin gut informiert. Ich weiß viel. Ich habe viel Material." Seehofer sagte anschließend auf einem Termin in Brüssel, seine Äußerungen seien nicht als Drohung gemeint gewesen. Vielmehr finde er es widerlich, das Privatleben politischer Gegner auszuschlachten.

Quelle: ap

 
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