Landrätin sieht sich durch Höhenbergers Rücktritt bestätigt: Pauli: "Stoiber darf nicht mehr Ministerpräsident werden"
zuletzt aktualisiert: 22.12.2006 - 13:17Fürth (RPO). Nachdem Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber seinen Büroleiter Michael Höhenberger im Zuge der Spitzelaffäre entlassen hat, sieht sich die Fürther Landrätin Gabriele Pauli in ihren Vorwürfen bestätigt. Sie fordert jetzt weitere Konsequenzen, Stoiber dürfe nicht noch einmal bayerischer Ministerpräsident werden.
Der Rückzug von Büroleiter Michael Höhenberger reiche nicht aus, um die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, betonte Pauli am Freitag im ddp-Interview in Fürth. Sie gehe fest davon aus, dass Stoiber in die Aktivitäten Höhenbergers eingeweiht gewesen sei. "Es passiert da doch nichts gegen den Willen von Stoiber", sagte die CSU-Politikerin und betonte, sie sehe sich in ihren Vorwürfen der Bespitzelung gegen sie bestätigt.
Es werde immer deutlicher, dass Stoiber nicht noch einmal bayerischer Ministerpräsident werden dürfe. Der CSU-Chef habe ein "System der Unterdrückung von Meinungen" etabliert. Stoiber schade damit seiner Partei, kritisierte Pauli. In ihrem Widerstand bekomme sie zunehmend Zuspruch durch weitere CSU-Mitglieder. Es herrsche Entsetzen über das Verhalten der Partei- und Regierungsspitze.
Die Landrätin bleibt bei ihrem Vorwurf, dass Höhenberger durch Telefonate versucht habe, an kompromittierende Informationen über ihr Privatleben zu gelangen. Schließlich habe Höhenberger in der Begründung seines Rücktritts selbst eingeräumt, dass er mit einem langjährigen Parteifreund über Pauli gesprochen habe, betonte die CSU-Politikerin.
Söder wirft Pauli Egotrip und Lügen vor
CSU-Generalsekretär Markus Söder hat der Fürther Landrätin Gabriele Pauli parteischädigende Lügen vorgeworfen. Natürlich werde es auch 2007 einen kleinen Parteitag der CSU geben, sagte Söder am Freitag in München. "Die gezielte Desinformation von Frau Pauli ist parteischädigend. Frau Pauli muss jetzt endlich von ihrem Egotrip runterkommen", sagte Söder. "Sie darf sich nicht länger auf Kosten der CSU profilieren."
Pauli hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, die CSU wolle 2007 keinen Kleinen Parteitag abhalten. Deshalb werde sie jetzt allen Mandatsträgern, Orts- und Kreisvorsitzenden einen Brief schreiben, um eine Spitzenkandiatur von Ministerpräsident Edmund Stoiber bei der Landtagswahl 2008 per Urabstimmung zu verhindern.
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