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Fürther Landrätin: Pauli will CSU-Chefin werden

zuletzt aktualisiert: 12.07.2007 - 16:05

Zirndorf (RPO). Die Fürther CSU-Landrätin Gabriele Pauli will für den CSU-Vorsitz kandidieren. Die umstrittene Politikerin, die beim angekündigten Rückzug von Edmund Stoiber eine wesentliche Rolle spielte, will gegen Erwin Huber und Horst Seehofer antreten. Die CSU bestätigte inzwischen entsprechende Berichte.

Die 50-jährige Pauli hatte mit einer Anti-Stoiber-Kampagne und Bespitzelungsvorwürfen gegen die Staatskanzlei zu Stoibers Sturz im Januar beigetragen. Bisher hatten der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer ihre Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt. Huber sagte am Donnerstag: "Es steht jedem frei zu kandidieren." Seine eigene Bewerbung bleibe davon unberührt.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Manfred Weber, sagte: "Mit ihrer Ankündigung bietet Frau Pauli den Medien leider endlich das lang ersehnte Sommerloch-Thema. Sie macht durch ihren Hang zur Selbstdarstellung sich und die CSU lächerlich." Weber erklärte, die einst angesehene CSU-Kommunalpolitikerin habe die Bodenhaftung verloren. "Ich bitte Frau Pauli, ihre Entscheidung zu überdenken, weil sie damit ihrem eigenen Ansehen noch weiter schadet." Paulis Sprecher kündigte für Freitag eine Pressekonferenz in ihrem Wohnort, dem fränkischen Zirndorf, an.

Vorwurf nicht bestätigt

Ministerpräsident Stoibers ehemaliger Büroleiter Michael Höhenberger wurde unterdessen vom Verdacht der Bespitzelung Paulis freigesprochen. "Der Vorwurf, der im Raum stand, hat sich nicht bestätigt", sagte Oberlandesanwältin Andrea Degl am Donnerstag in München der Nachrichtenagentur AP. Höhenberger habe kein Dienstvergehen begangen, das Verfahren sei eingestellt worden.

Höhenberger hatte einen Parteifreund nach Erklärungen für die Anti-Stoiber-Kampagne der Fürther CSU-Politikerin Pauli befragt. Dabei soll er auch nach Männerbekanntschaften und Alkoholproblemen gefragt haben. Die SPD erklärte den Regierungschef daraufhin zum "Stasi-Stoiber". An Weihnachten 2006 warf Höhenberger das Handtuch und beantragte ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst. Die Landesanwaltschaft befragte Zeugen und kam nun zu dem Ergebnis, der Beamte habe "die Achtungs- und Vertrauenswürdigkeit in Bezug auf seine dienstliche Tätigkeit" nicht verletzt.

Quelle: afp

 
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