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Autor Akif Pirinçci
"Pegida"-Redner empört mit KZ-Äußerung

Fotos: Tausende bei "Pegida"-Demo am 19. Oktober 2015
Fotos: Tausende bei "Pegida"-Demo am 19. Oktober 2015 FOTO: dpa, lus soe
Dresden. Mit teils aggressiven Äußerungen haben "Pegida"-Redner am Montagabend in Dresden Stimmung gegen den Zuzug von Flüchtlingen gemacht. Autor Akif Pirinçci sorgte sogar bei den Zuschauern für Empörung – unter anderem mit einem Satz über Konzentrationslager. Von Dana Schülbe

Der deutsch-türkische Autor Akif Pirinçci ist bekannt für seine schwulen- und migrantenfeindlichen Positionen. Zum 1. Jahrestag der "Pegida"-Bewegung am Montagabend in Dresden war er einer der Hauptredner – und hetzte massiv. Die Flüchtlinge bezeichnete er als "Invasoren". Er sprach von "Umvolkung", die Grünen nannte er eine "Kinderfickerpartei", die Politiker "Gauleiter gegen das eigene Volk". 

Und schließlich sprach er vor den zehntausenden "Pegida"-Anhängern von einem Informationsabend in Hessen zum Thema Flüchtlinge. "Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn es gefälligst nicht pariert", sagte der Autor, woraufhin "Widerstand, Widerstand!"-Rufe aus dem Publikum erschallten. Dann fügte er hinzu:  "Es gäbe natürlich auch andere Alternativen", sagte Pirinçci. "Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb." Dafür erntete er zunächst Applaus.

Je länger Pirinçci aber redete, umso mehr zog er auch den Unmut der "Pegida"-Anhänger auf sich. Er erhielt Buh-Rufe aus dem Publikum und "Keine Hetze"- und "Aufhören, Aufhören"-Rufe. Schließlich kam "Pegida"-Gründer Lutz Bachmann auf die Bühne und fragte ihn, wie lange er noch brauche, um ihn letztlich von der Bühne zu holen.

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