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"Pegida"-Chef twittert zu München
Wie Lutz Bachmann die Terrorwarnung für seine Propaganda nutzt

Das ist Lutz Bachmann
Das ist Lutz Bachmann FOTO: ap
München. Das Jahr 2015 hatte nur noch 40 Minuten, da musste sich Lutz Bachmann noch einmal zu Wort melden. Der Chef der "Pegida"-Bewegung twitterte zur Terrorwarnung von München – und fiel damit mal wieder negativ auf.

Als die Nachricht von der Terrorwarnung in München in den sozialen Netzwerken die Runde machte, sorgten sich Millionen Deutsche kurz vor Neujahr um die Sicherheit in ihrem Land. Der Hauptbahnhof in München und der Bahnhof im Stadtteil Pasing wurden zwischenzeitlich geschlossen, da die Polizei konkrete Hinweise hatte, dass islamistische Täter Anschläge geplant hatten.

Was Lutz Bachmann, der die "Pegida"-Bewegung anführt, an dem Abend gemacht hat und wo er sich aufhielt, ist nicht bekannt. Dafür aber, dass auch er die Nachricht aus Bayern mitbekommen hat – denn noch vor Mitternacht kommentierte der 42-Jährige die Terrorwarnung auf Twitter.

In den vergangenen Monaten waren Tausende Flüchtlinge aus Syrien am Bahnhof in München angekommen und von den meisten freundlich empfangen worden. Bachmann nutzte die neuerliche Terrorwarnung nun, um "Pegida"-Propaganda zu betreiben und spielt mit dem #RefugISISnotWelcome auf #RefugeesWelcome an. Unter dem Hashtag twittern Europäer seit Monaten, dass Flüchtlinge durchaus willkommen sind.

Für seinen provozierenden Tweet erntete Bachmann reihenweise Kritik, unter anderem mit diesem Tweet:

 

 

Bachmann ist der Initiator von "Pegida" und wurde auf der Gründungsversammlung im November 2014 zum Vereinsvorsitzenden gewählt. Im Januar 2015 trat er von seinem Amt zurück, seit Februar 2015 ist er einer der Vorstände der Bewegung.

"Pegida" steht für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Die Organisation ist rechtspopulistisch und demonstriert regelmäßig in Dresden gegen die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung.

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Anmerkung der Redaktion: Einige Tweets, die zu Gewalt aufgerufen haben, haben wir später aus diesem Text entfernt, da sie unangebracht waren.

(spol)
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