Bundesgesundheitsminister Rösler: "PID in engen Grenzen erlauben"
zuletzt aktualisiert: 24.04.2011 - 13:57Berlin (RPO). Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat sich für eine eng begrenzte Zulassung von Gentests an Embryonen ausgesprochen. Dafür müsse es "ein streng legitimiertes Verfahren" geben, so der designierte FDP-Chef in einem Interview.
Zwar verstehe er die Haltung, "dass der Mensch nicht in das Gottesgeschenk eines werdenden Kindes eingreifen soll", sagte Rösler der "Welt am Sonntag" in Anspielung auf die vor allem in den beiden großen Kirchen vorherrschende Ablehnung der Präimplantationsdiagnostik (PID). Er wolle jedoch nicht, "dass aus Idealen in der reinen Lehre Ideologien in der Lebenswirklichkeit werden".
Grundsätzlich könne er die Rufe nach einer eng begrenzten Zulassung der PID nachvollziehen, "um das Leid der betroffenen Eltern und des ungeborenen Lebens zu lindern", sagte Rösler. Zu fragen sei daher, ob "in klar definierten Fällen" Embryos auch vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf schwere genetische Fehler untersucht werden dürften.
"Dabei kann es aber nur ein streng legitimiertes Verfahren geben", so der Minister.- Der Bundestag hatte vor einer guten Woche in Erster Lesung über drei Gesetzesentwürfe zur PID debattiert. Bis zur Sommerpause soll das Gesetz verabschiedet sein.
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