Der polnische Präsident Lech Kaczynski (li.) hat nach seinem Amtsantritt zum ersten Mal Deutschland besucht. Bei seiner Reise traf er sich in Berlin mit Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela
Merkel. Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten waren zuletzt unter anderem wegen der deutsch-russischen Gaspipeline durch die Ostsee belastet.
Kaczynski will die Beziehungen zwischen den beiden Ländern künftig verbessern. "Ich komme nach Deutschland 61 Jahre nach dem Krieg. Ich glaube, es ist an der Zeit, gewisse Dinge abzuschließen", sagte Kaczynski zum Auftakt seines Antrittsbesuchs in Berlin.
Merkel will ein engeres Verhältnis zu Polen und hofft auf eine "vertrauensvolle und offene Aussprache".
Bundespräsident Köhler (re.), hier mit Frau Eva (li.), traf den polnischen Präsidenten ebenfalls.
Gesprächthema der beiden Präsidenten war das vom Bund der Vertriebenen geplante und von Polen heftig kritisierte Zentrum gegen Vertreibungen.
Köhler und Kaczynski sprachen von einer sehr guten Atmosphäre bei ihrem Treffen. Der polnische Präsident betonte, man wolle "schwierigen Themen" nicht ausweichen.
Kaczynski hofft auf eine gemeinsame Lösung des Streits, "damit Geschichte auch Geschichte ist" und nicht die "Gegenwart kaputtmacht".
Köhler lud Kaczynski zum Spiel Deutschland-Polen bei der Fußball-Weltmeisterschaft am 14. Juni in Dortmund ein. Kaczynski habe ihm gesagt, dass die polnische Nationalmannschaft immer gewinne, wenn er dabei sei, berichtete Köhler nach einem Treffen mit dem polnischen Staatschef.