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Gegen Mobbing und zur "sozialen Entlastung": Politiker fordern einheitliche Schulkleidung

zuletzt aktualisiert: 16.07.2010 - 09:32

Berlin (RPO). Angesichts des heftiger werdenden Wettstreits um teure Markenklamotten haben Politiker von CDU und SPD einen weiteren Vorstoß zur Einführung einheitlicher Schulkleidung gemacht. "Schuluniformen können das Gefühl der Zusammengehörigkeit vermitteln", erklärte CDU-Vorstandsmitglied Katherina Reiche.

Katherina Reiche fordert Schuluniformen zur sozialen Entlastung.  Foto: RPO
Katherina Reiche fordert Schuluniformen zur sozialen Entlastung. Foto: RPO

Schuluniformen könnten "Eltern wie Kindern soziale Entlastung bringen", erklärte CDU-Vorstandsmitglied Katherina Reiche am Freitag im DAPD-Interview.

Die ehemalige Justizministerin Brigitte Zypries sagte: "Mobbing, Beurteilung rein nach dem Äußeren und der Druck, immer die neuesten Dinge tragen zu müssen, nehmen durch eine einheitliche Kleidung ab." Zudem wären soziale und kulturelle Unterschiede weniger sichtbar, fügte die SPD-Politikerin hinzu. Im Dezember hatte sich bereits Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) für die Einführung von Schuluniformen ausgesprochen.

Reiche, die auch Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium ist, sagte, eine einheitliche Schulkleidung bringe die gemeinsame Identität mit der Schule zum Ausdruck. Darüber hinaus werde der Geldbeutel der Eltern in erheblichem Maße entlastet. Schuluniformen könnten zudem zur Verringerung sozialer und religiöser Diffamierungen beitragen. Sie seien von Vorteil für die Integration ausländischer Schüler. "Themen wie das Tragen einer Burka in der Schule wären damit natürlich obsolet", sagte sie. Religiöse Diskriminierung sollte durch eine einheitlich Schulkleidung verhindert werden.

Die Einführung von Schuluniformen müsse aber eine freiwillige Entscheidung der Schulen und Schüler sein, meinten Reiche und Zypries. Bestandteile könnten Polohemden, T-Shirts, Hemden oder Pullover sein. Zypries fügte hinzu, mit einer einheitlichen Schulkleidung werde niemandem die Möglichkeit genommen, zum Beispiel durch andere Accessoires seine Individualität in der Schule zum Ausdruck zu bringen. Reiche erklärte, wichtig sei, dass die Schulkleidung keine Uniform darstelle.

Zypries: Weniger Vandalismus durch stärkere Identifikation

Zypries sagte, durch eine einheitliche Schulkleidung werde auch die Diskussion über eine stärkere Identifikation der Schüler mit ihrer Schule angestoßen. Dabei gehe es auch um gemeinsame Regeln und Werte. "Im Idealfall beschließen die Kinder gemeinsam einen 'Verhaltenskodex' über den gegenseitigen Umgang in der Schule, der nach außen durch eine einheitliche Schulkleidung gezeigt wird", sagte Zypries dem DAPD und fügte hinzu: "Hinzu kommt, dass Schüler, die ihre Schule Wert schätzen, sie nicht mutwillig zerstören werden. Eine stärkere Identifikation wirkt daher auch Vandalismus entgegen."

Besseres Sozialklima

Sowohl Reiche als auch Zypries nannten positive Beispiele in Berlin, Düsseldorf und Potsdam. "Obwohl die gemeinsame Kleidung nur für die Erstklässler obligatorische Pflicht ist, hatten sich rund 80 Prozent der älteren Schüler bei der Einführung der Schuluniform in Potsdam für die einheitliche Kleidung entschieden. Diese Entscheidung ist ein deutliches Signal", meinte Reiche.

"An allen Schulen, in denen die Schulbekleidung eingeführt wurde, wird diese von den Schülerinnen und Schülern angenommen", sagte sie. Wissenschaftliche Studien belegten, dass in Klassen, in denen die Schüler eine einheitliche Kleidung tragen, ein besseres Sozialklima herrsche und sich die Schüler besser auf den Unterrichtsstoff konzentrierten.

Quelle: apd/jre

 
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