"Geschmacklos und plump": Politiker kritisieren Liebeserklärung des Kanzlers beim TV-Duell
zuletzt aktualisiert: 06.09.2005 - 14:12Hamburg (rpo). Bei Union und FDP ist die Liebeserklärung von Bundeskanzler Gerhard Schröder an seine Frau beim TV-Duell am Sonntagabend auf Kritik gestoßen. Die FDP-Politikerin Ulrike Flach nannte die Erklärung des Kanzlers geschmacklos und sprach von einem "plumpen Wahlkampftrick".
Das berichtete die "Bild"-Zeitung. Auch die CDU-Abgeordnete Vera Lengsfeld warf dem Kanzler vor, seine Liebe zu seiner Frau Doris Schröder-Köpf für Wahlkampfzwecke instrumentalisiert zu haben.
Nach Ansicht des Chefs des Meinungsforschungsinstituts Emnid, Klaus-Peter Schöppner, wird die Liebeserklärung Schröder kaum Punkte bringen: "Viele Wähler könnten den Verdacht haben, dass es sich nur um einen Wahlkampfgag gehandelt hat." Richard Hilmer von Infratest dimap erklärte, die Liebeserklärung nütze dem Kanzler seiner Ansicht nach nicht, schade aber auch nicht. Eindeutiges Lob für Schröder kam dagegen von Brigitte Struck, Frau von Verteidigungsminister Peter Struck (SPD): Sie nannte die Liebeserklärung dem Bericht zufolge "mutig und anrührend".
Schröder selbst betonte, seine Frau sei gegen eine solche Liebeserklärung gewesen. "Sie wollte nicht, dass ich sie erwähne, aber es musste sein", sagte der Kanzler der Münchner "Abendzeitung". Schröder hatte in dem Duell die Kritik seiner Frau an den familienpolitischen Vorstellungen von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel verteidigt und dies mit einer Liebeserklärung verknüpft.
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