Frau von Altkanzler Schmidt gestorben: Politiker trauern um Loki Schmidt
zuletzt aktualisiert: 21.10.2010 - 21:09Hamburg (RPO). Große Trauer um Loki Schmidt: Die Frau von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) starb in der Nacht zum Donnerstag in Alter von 91 Jahren. Politiker aus Bund und Ländern würdigten Loki Schmidts prägende Rolle als Kanzlergattin und ihr Engagement als Naturschützerin.
Der Gesundheitszustand Loki Schmidts hatte sich zuletzt deutlich verschlechtert, nachdem sie sich am 23. September in ihrem Haus im Hamburger Stadtteil Langenhorn den Fuß gebrochen hatte. Ihr Mann sagte deshalb geplante Reisen ab. Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatt" war die in London lebende Tochter Susanne am Sterbebett der Mutter. Helmut Schmidt selbst befand sich in Berlin. Medienberichten zufolge kehrte er erst am Morgen zurück.
Die am 3. März 1919 in Hamburg als Hannelore Glaser geborene Schmidt stand an der Seite ihres Mannes vor allem in den 1970er Jahren im Rampenlicht der Öffentlichkeit, zunächst als Frau eines Bundesministers und von 1974 bis 1982 als Gattin des Bundeskanzlers. Seit dem vergangenen Jahr war Loki Schmidt Ehrenbürgerin der Hansestadt, ihr 91-jähriger Mann erhielt diesen Titel schon kurz nach Ende seiner Kanzlerschaft 1983. Das seit 1942 verheiratete Paar trat bis zuletzt immer wieder gemeinsam zu öffentlichen Terminen auf. Neben ihrer Rolle an der Seite von Helmut Schmidt setzte Loki Schmidt vor allem als Naturschützerin starke eigene Akzente.
WDR stellt "Loki und Smoky" ein
Der Westdeutsche Rundfunk stellt die Rubrik "Loki und Smoky" in der Kabarettsendung "Mitternachtsspitzen" "mit sofortiger Wirkung" ein. Das teilte der Sender am Donnerstag mit. Dies geschehe aus Trauer und Mitgefühl für Helmut Schmidt, hieß es weiter.
"Eindrucksvolle Persönlichkeit"
Bundespräsident Christian Wulff würdigte sie in einem Beileidsschreiben an ihren Mann als "eindrucksvolle Persönlichkeit". Sie sei auf eine "souveräne Weise bescheiden" gewesen. "Der Tod Ihrer Frau ist ein großer Verlust für uns alle", schrieb Wulff an Helmut Schmidt.
SPD-Chef Sigmar Gabriel erklärte, sie habe als Gattin des Bundeskanzlers Helmut Schmidt mit ihrer "unangestrengten Noblesse die Herzen der Menschen im In- und Ausland gewonnen." Als leidenschaftliche Naturschützerin habe sie sich "bleibende Verdienste um den Erhalt der Umwelt erworben."
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nannte sie eine "beeindruckende Frau". Sie sei politisch engagiert und selbstbewusst gewesen. Der FDP-Vorsitzende und Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte vor Journalisten in Berlin, Loki Schmidt habe "an der Seite ihres Mannes die Nachkriegsgeschichte Deutschlands miterlebt und mitgeprägt".
"Wir werden sie unendlich vermissen"
Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) erklärte: "Mit ihrem eindrucksvollen Wirken und ihrer Persönlichkeit hat sie die Menschen stets besonders beeindruckt: unaufgeregt, geradlinig, mit einem klaren Blick auf die Menschen und das Leben." Der Präsident der Hamburgischen Bürgerschaft, Lutz Mohaupt (CDU), erklärte, Schmidt sei "uns allen so sehr ans Herz gewachsen, dass wir sie unendlich vermissen werden". Im Hamburger Rathaus liegen ab Freitag Kondolenzbücher aus.
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