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Politikforscher
"Meuthen und Petry haben nicht mehr das Sagen in der AfD"

Politikforscher: "Meuthen und Petry haben nicht mehr das Sagen in der AfD"
Frauke Petry und Jörg Meuthen - Experten zufolge nicht mehr federführend in der AfD. FOTO: dpa, mut cul
Berlin. Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Hajo Funke ist den AfD-Vorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen die Kontrolle über die eigene Partei entglitten.

Vize-Parteichef Alexander Gauland, der Thüringer Fraktionsvorsitzende Björn Höcke und der sachsen-anhaltische AfD-Chef André Poggenburg bildeten inzwischen das "dynamische Zentrum" der Partei und trieben das zerstrittene Führungsduo vor sich her, sagte Funke am Freitag bei der Vorstellung seiner Studie "Von Wutbürgern und Brandstiftern. AfD - Pegida - Gewaltnetze" in Berlin. Ein Beispiel dafür sei die Verabschiedung islamfeindlicher Passagen des Parteiprogramms auf dem Bundesparteitag in Stuttgart gewesen. Die Parteispitze habe sich damals "weggeduckt".

"Die AfD hat sich entwickelt von einer moderaten wirtschaftsliberalen Professorenpartei zu einer radikalen Agitations- und Bewegungspartei", fügte Funke hinzu. Darüber könne auch das "Biedermanngesicht" von Meuthen nicht hinwegtäuschen. 

CSU-Chef Horst Seehofer sei mit seinen Äußerungen über Flüchtlinge für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich, erklärte Funke. Der bayerische Ministerpräsident betreibe seit einem Jahr "systematisch Rechtspopulismus". Die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte Funke "pragmatisch". 

(felt/dpa)
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