Der Fall Kurras: Polizei ermittelt wegen illegalem Waffenbesitz
zuletzt aktualisiert: 12.06.2009 - 16:51Berlin (RPO). Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen illegalen Waffenbesitzes gegen den ehemaligen West-Berliner Polizisten und Stasi-Agenten Karl-Heinz Kurras. Beamte hätten am Freitag bei einer Durchsuchung der Spandauer Wohnung des 81-Jährigen einen Revolver und einen sogenannten Totschläger gefunden, so die Staatsanwaltschaft.
Kurras habe für die Schusswaffe keine waffenrechtliche Erlaubnis. Daher sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Nach Bekanntwerden seiner Stasimitgliedschaft vor drei Wochen hatte der Pensionär ursprünglich ausgesagt, keine Waffen mehr zu besitzen. Nach einer Durchsuchung Ende Mai händigte er den Beamten der Waffenbehörde nach eigenen Angaben "die einzige Waffe, die er in seiner Wohnung hatte, mit Munition aus". Die Durchsuchung durch einen Staatsanwalt und drei Polizeibeamte am Freitag erfolgte aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts Tiergarten.
Kurras hatte den Studenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 am Rande einer Demonstration gegen den persischen Schah erschossen. Erst vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass Kurras zu jener Zeit SED-Mitglied war und für die Stasi als IM "Otto Bohl" arbeitete. In zwei Prozessen wegen seines Todesschusses auf Ohnesorg war der Polizist 1967 und 1970 freigesprochen worden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum